Dienstag, 10. Dezember 2013

Was geschah in der Nacht – was bringt der Vormittag?




Die Nacht stand unter dem Zeichen japanischer, australischer und chinesischer Daten.

Japans Wirtschaft scheint trotz der milliardenschweren Hilfen der Bank of Japan den Sand nicht aus dem Getriebe zu kriegen – mit der Ausnahme der Geldmenge - blieben alle Daten unter den Erwartungen. Besonders schwerwiegend erscheint mir der Rückgang bei der Stimmung der Großindustrie zu sein. Der Wert fiel von 15,2 auf 9,4 – es wurden 17,2 erwartet. Auch der Tertiärindex – bei dem es um die Dienstleistungsbranche geht kann man als mittlere Katastrophe beschreiben -0,7 nach erwarteten +0,3 %. Erfreulich aus japanischer Sicht allein die Auftragslage im Maschinenbau – ein Zuwachs von 15,4 % nach zuvor 8,4 %. Den Yen interessierte es meiner Meinung nach recht wenig.

Auch die Konjunkturbäume Australiens scheinen nicht in den Himmel zu wachsen. Geschäftsvertrauen sowie die Konjunkturumfrage blieben unter den Werten des Vormonats.

Aus China – zum Frühstück – auch Daten die unter den Erwartungen lagen. Einzig die Einzelhandelsumsätze konnte hier überzeugen – ein Zuwachs von 13,7 % anstelle der erwarteten 13,3 %. Bauausgaben und Industrieproduktion lagen knapp unter den Erwartungen.

An frühen Daten aus Europa gab es nicht viel bedeutsames – dies nahm der Euro zum Anlass über die 1,3750 zu klettern und diese Marke bisher zu verteidigen.
Laut Helaba-Analyst Ulrich Wortberg bleibt das technische Bild mit der Rückkehr des Euros in den Juli-Aufwärtstrend konstruktiv. Die Trendlinie verläuft heute bei etwa 1,3665. Der nächste Widerstand findet sich am bisherigen Jahreshoch bei 1,3832, das Ende Oktober markiert wurde. Die heutige Trading-Range wird zwischen 1,3665 und 1,3830 erwartet.

Was erwartet uns heute am Vormittag noch aus dem Kalender?

Es geht heute in der Hauptsache um die Kennzahlen der Industrieproduktion. Diese ist eine der wichtigsten Bezugsgrößen um ein künftiges Wachstum zu beurteilen. Italien und Großbritannien liefern diese Werte.

10:00 Uhr Italien

Hier ist mit einem unveränderten Miniwachstum von 0,2 % zu rechnen. Ein grösseres Wachstum sollte den Euro zu weiteren Höhenflügen veranlassen.

10:30 Uhr Großbritannien

Hier ist in der Monatssichtweise sowohl bei der Industrie als auch bei den kleineren Manufakturen mit einer Abschwächung des Wachstums zu rechnen. (Industrie +0,3 % nach +0,9 %, Manufakturen +0,4 % nach +1,2 %). Auf Jahressicht bleibt es bei einem positiven Wachstumstrend (Industrie bei +3,2 % und Manufakturen bei +2,9 %. Sollten die erwarteten Werte nicht erreicht werden, sollte dies das britische Pfund belasten.

13:00 Uhr Rede von Mario Draghi

Hier geht es um das Highlight des Vormittags – aus meiner Sichtweise. Herr Draghi hatte ja nach der EZB-Sitzung letzte Woche bereits den Höhenflug des Euro unterstützt – fraglich ist ob er heute mit Rücksicht auf die Südländer der Eurozone hier dem doch mittlerweile für diese Staaten sehr hohen Kurs entgegensteuern wird. Herr Draghi spricht auf einer Konferenz der Banca d'Italia in Rom – ein Protokoll der Rede wird laut der EZB nicht zur Verfügung stehen.

Ich danke für die Aufmerksamkeit und weise ausdrücklich daraufhin, dass es sich hier nicht um Handelsempfehlungen handelt.

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