Die Nacht stand unter dem Zeichen
japanischer, australischer und chinesischer Daten.
Japans Wirtschaft scheint trotz
der milliardenschweren Hilfen der Bank of Japan den Sand nicht aus
dem Getriebe zu kriegen – mit der Ausnahme der Geldmenge - blieben
alle Daten unter den Erwartungen. Besonders schwerwiegend erscheint
mir der Rückgang bei der Stimmung der Großindustrie zu sein. Der
Wert fiel von 15,2 auf 9,4 – es wurden 17,2 erwartet. Auch der
Tertiärindex – bei dem es um die Dienstleistungsbranche geht kann
man als mittlere Katastrophe beschreiben -0,7 nach erwarteten +0,3 %.
Erfreulich aus japanischer Sicht allein die Auftragslage im
Maschinenbau – ein Zuwachs von 15,4 % nach zuvor 8,4 %. Den Yen
interessierte es meiner Meinung nach recht wenig.
Auch die Konjunkturbäume Australiens
scheinen nicht in den Himmel zu wachsen. Geschäftsvertrauen sowie
die Konjunkturumfrage blieben unter den Werten des Vormonats.
Aus China – zum Frühstück –
auch Daten die unter den Erwartungen lagen. Einzig die
Einzelhandelsumsätze konnte hier überzeugen – ein Zuwachs von
13,7 % anstelle der erwarteten 13,3 %. Bauausgaben und
Industrieproduktion lagen knapp unter den Erwartungen.
An frühen Daten aus Europa gab es
nicht viel bedeutsames – dies nahm der Euro zum Anlass über die
1,3750 zu klettern und diese Marke bisher zu verteidigen.
Laut Helaba-Analyst Ulrich Wortberg
bleibt das technische Bild mit der Rückkehr des Euros in den
Juli-Aufwärtstrend konstruktiv. Die Trendlinie verläuft heute bei
etwa 1,3665. Der nächste Widerstand findet sich am bisherigen
Jahreshoch bei 1,3832, das Ende Oktober markiert wurde. Die heutige
Trading-Range wird zwischen 1,3665 und 1,3830 erwartet.
Was erwartet uns heute am Vormittag
noch aus dem Kalender?
Es geht heute in der Hauptsache um die
Kennzahlen der Industrieproduktion. Diese ist eine der
wichtigsten Bezugsgrößen um ein künftiges Wachstum zu beurteilen.
Italien und Großbritannien liefern diese Werte.
10:00 Uhr Italien
Hier ist mit einem unveränderten
Miniwachstum von 0,2 % zu rechnen. Ein grösseres Wachstum sollte den
Euro zu weiteren Höhenflügen veranlassen.
10:30 Uhr Großbritannien
Hier ist in der Monatssichtweise sowohl
bei der Industrie als auch bei den kleineren Manufakturen mit einer
Abschwächung des Wachstums zu rechnen. (Industrie +0,3 % nach +0,9
%, Manufakturen +0,4 % nach +1,2 %). Auf Jahressicht bleibt es bei
einem positiven Wachstumstrend (Industrie bei +3,2 % und Manufakturen
bei +2,9 %. Sollten die erwarteten Werte nicht erreicht werden,
sollte dies das britische Pfund belasten.
13:00 Uhr Rede von Mario Draghi
Hier geht es um das Highlight des
Vormittags – aus meiner Sichtweise. Herr Draghi hatte ja nach der
EZB-Sitzung letzte Woche bereits den Höhenflug des Euro unterstützt
– fraglich ist ob er heute mit Rücksicht auf die Südländer der
Eurozone hier dem doch mittlerweile für diese Staaten sehr hohen
Kurs entgegensteuern wird. Herr Draghi spricht auf einer Konferenz
der Banca d'Italia in Rom – ein Protokoll der Rede wird laut der
EZB nicht zur Verfügung stehen.
Ich danke für die Aufmerksamkeit und
weise ausdrücklich daraufhin, dass es sich hier nicht um
Handelsempfehlungen handelt.
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