Donnerstag, 21. November 2013

Der Nachmittag im Zeichen der US-Daten

 


Nicht alle Daten am Nachmittag kommen aus USA – es hat sich auch noch ein Wert aus Europa in den Kalender versteckt.

Gehen wir zuerst auf diesen Wert kurz ein:

16:00 Uhr Verbrauchervertrauen in Europa

Hier werden aus der gesamten Eurozone 2.300 Verbraucher zu ihren Prognosen für die künftige Wirtschaftsentwicklung befragt. Man sagt diesem Index nach, dass er ein guter Frühindikator für die künftigen Verbraucherausgaben ist und von denen hängt natürlich auch ein großes Stück des zu erwartenden Wirtschaftswachstums ab. Betrachtet man den Verlauf dieses Wertes im Laufe des Jahres 2013 kann man doch ein deutlich wachsendes Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Lage feststellen. Im Januar lag dieser Wert noch bei -27 und hat sich doch mittlerweile bis auf -14,5 erholt (was immer noch deutlich im negativen Bereich liegt, da 0 die Schwelle zur positiven Einschätzung wäre). Man rechnet für diese Lesung mit einem Wert von -14,0 und kann davon ausgehen, dass ein Überschreiten der Prognose positiv auf den Euro wirken sollte.

Nun aber Bühne Frei für den Auftritt der US-Zahlen

14:30 Uhr Erzeugerpreisindex USA

Die Preisentwicklung wird diesmal aus der Sicht der Erzeuger untersucht. Auch dieser Wert geht über den Umweg des Handels und der Verbraucher in die Inflationsrate des Landes ein. Wie üblich wird hier nach Kern Erzeugerpreisen (ohne Lebensmittel und Energie) und den umfassenden Erzeugerpreisen unterschieden. Bei den Kern EPI rechnet man mit Wert von +0,1 % gegenüber dem Vormonat, der umfassende EPI soll um 0,2 % rückläufig sein, hier war im Vormonat noch ein Rückgang um 0,1 % gemeldet worden. Sollten die Erwartungen in die Preisentwicklung nicht erfüllt werden, sollte dies den USD auf Talfahrt schicken.

14:30 Uhr Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten

 Jeden Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die fortgeführten Anträge gemeldet. Eine sehr volatile Zahl und bei der Größe der USA manchmal auch von den Märkten etwas überbewertet – meiner Meinung nach. Ich habe in verschiedenen Portalen gelesen, dass Veränderungen bei den Erstanträgen kleiner 30.000 eigentlich – wie mein Mann als Ingenieur sich auszudrücken beliebt – reine Messtoleranz wären. Setzt man die Bevölkerungszahl von 311.591.917 (laut einer Statistik der Weltbank) der USA ins Verhältnis zu der genannten Größe von 30.000 könnte man da annehmen – aus der Sicht der Betroffenen allerdings kann man zu anderen Interpretationen kommen.

Wie immer bei Arbeitsmarktdaten sollte ein Unterschreiten der Prognosen die Landeswährung – in diesem Fall den USD – stärken.

Die Werte sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
Antragsart
Prognose
Letzter Wert
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
335.000
339.000
Fortgeführte Anträge auf Arbeitslosenhilfe
2.870.000
2.874.000

15:45 Uhr Bloomberg Verbrauchervertrauen

Diese Kennzahl wird von dem vom Bürgermeister von New York gegründeten Nachrichtendienst wöchentlich bekannt gegeben. Immerhin 250 US-Bürger werden hierzu telefonisch befragt. Der historische Tiefststand im Jahr 2013 vom -37,9 (während des Goverment Shut Downs) hat sich in der letzten Woche bereits wieder auf -33,9 erholt, wobei die „0“ die Schwelle zur positiven Beurteilung der Wirtschaftserwartungen wäre. Sollte die Erholung weitere Fortschritte machen – wäre dies ein gutes Zeichen für den USD.

16:00 Uhr Philly Fed Index

Hier geht es um eine umfassende Beurteilung der Wirtschaftsentwicklung, die von der Federal Reserve Bank of Philadelphia für ihren Zuständigkeitsbereich herausgegeben wird.

Der Bericht umfasst verschiedene Einzelwerte und sollte bei Übertreffen der Prognosen beziehungsweise der letzten Werte positiv auf den USD wirken.

Kennzahl
Prognose
Letzter Wert
Philly Fed Herstellungsindex
15
19,8

Philly Fed Geschäftsbedingungen
keine
60,8
Philly Fed Beschäftigung
keine
15,4

19:00 Uhr Rede von FOMC-Mitglied Bullard und
EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen

Es kann immer bei solchen Reden zu volatilen Kursbewegungenkommen, diesmal haben wir es unter Umständen mit einem sehr interessanten Effekt zu tun. Es könnte durchaus sein, dass Herr Bullard über den Beginn des Taperings Andeutungen macht, während Herr Asmussen sich über die Einlagenzinspolitik der EZB auslässt. Beide Aussagen könnten zu einem wilden Tanz der Kurse führen – sich aber auch beim EUR/USD gegenseitig aufheben. Ich rate aus meiner Sicht allerdings zu einem doppelten Sicherheitsgurt für offenen Positionen in diesem Währungspaar.


Damit endet der Überblick über den heutigen Handelstag – ich danke für das aufmerksame Lesen.

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