Samstag, 30. November 2013

Der kleine Haken hinter dem Bonusgeld



Wer kennt diese Angebote nicht: „Ersteinzahlungbonus, Freundschaftswerbungsbonus ($100,00 für den Werber und $50,00 für den Geworbenen), $ 20,00 um in Aktien zu investieren, $ 20,00 Weihnachtspromotion, $ 20,00 je veröffentlichtem Blogeintrag, $ xxx für die Evangelistentätigkeit...“ die Liste ist wahrscheinlich beliebig verlängerbar.

Erst bedeutet dies einmal, man bekommt vom jeweiligen Anbieter Geld zur Verfügung gestellt, mit dem man traden kann. Klingt ja erst mal nicht schlecht und man könnte auf die Idee kommen, eine feine Sache um sein Konto auf zu füllen.

Wie sieht aber die Realität aus – kann man irgendwann aus diesem Bonusgeld auch echtes, auszahlbares Geld machen?

Ja, das kann man – vorausgesetzt man möchte bis zum Sanktnimmerleinstag bei dem Spender traden. Hier mal ein Auszug aus den Regeln eines Brokers:

Bonusgeld wird da als „Kredit“ des Brokers an den Trader definiert. Dies ist wie ich finde eine gewöhnungsbedürftige Definition für Geld, was für eine erbrachte Leistung (Einzahlung, Werbung, Dienstleistung etc.) ausgelobt wurde. Einen Kredit muss man bekanntlich ja zurückzahlen.. allein das klingt im Zusammenhang mit Bonus schon abenteuerlich genug.

Aber der Broker ist ja großzügig und erlaubt, das Bonusgeld in richtiges auszahlbares Geld um zu wandeln.

Man beachte hier die Voraussetzungen:

Die Umwandlung von Bonusgeld in auszahlbares Geld ist möglich, wenn das Handelsvolumen den Anforderungen genügt. Bis zur Erfüllung dieser Anforderungen ist das als „Kredit“ erhaltene Geld nicht auszahlbar. Mit jedem Trade, den man eröffnet kann man den nicht auszahlbaren Betrag verringern. Und zwar genau um maximal 30 % des für den Handel anfallenden Spreads, Investitionen in Aktien sind um Bonusgeld frei zu traden ungeeignet, da hier keine Reduzierung des sogenannten NWA (Non-withdrawable Amount) erfolgt. Bei Indices, Öl, Gold und Silber liegen sogar nur bei 10 % des Spreads.

Im Klartext bedeutet dies bei einem Trade EUR/USD im x100 in Höhe von 10.000 Einheiten eine Umwandlung von Bonusgeld in Höhe von $ 0,90 in auszahlbares Guthaben.

Man kann sich gut ausrechnen, wie viele Trades man machen muss um einen Bonus von $ 100,00 auszahlen zu können.

Nun kommt aber das, was nicht so genau im „Kleingedruckten“ steht.

Aus eigener Erfahrung weiß ich zu berichten, dass realisierte Verluste vom auszahlbaren Kapital (eingezahlten Geld, realisierten Gewinnen oder frei gespieltem Geld) abgezogen werden - nicht etwa vom Bonusgeld. Wenn man nun mit einer oder mehreren Positionen daneben gelangt hat und mehr als das freigespielte Geld als Verlust realisiert hat, kommt man in die Situation, dass man selbst neu realisierte Gewinne nicht auszahlen kann, da man erst mal das verlorene Bonusgeld wieder als Gewinne realisieren muss.

Beispiel

Nicht auszahlbares Bonusgeld      $ 1.000,00 (als Blogger oder Evangelist zu erzielen)
Gewinne und eingezahltes Geld  $ 500,00
Verlust                                          $ 800,00

ergibt                                         - $ 300,00 auszahlbares Geld, bis man die $ 300,00 wieder als Gewinne realisiert hat oder eingezahlt hat.

So gesehen, befindet man sich in einer Zwangsjacke aus der es kein Entrinnen gibt oder man muss auf das Bonusgeld, für das man ja eigentlich Leistungen erbracht hat im Vorfeld – und sei es nur dadurch, dass man seinen Facebookaccount als Werbefläche für das Bonusgeld zur Verfügung gestellt hat, verzichten.

Nun – für mich fiel nach der Erkenntnis die Entscheidung leicht künftig auf solche Angebote zu verzichten.

Donnerstag, 28. November 2013

Letzter Handelstag der Woche aus europäischer Sicht




Der letzte Handelstag der Woche steht im Zeichen der Einzelhandelsumsätze aus Deutschland, der Verbraucherpreise und der Arbeitsmarktdaten der Eurozone. Einige weitere Termine, von eher untergeordneter Bedeutung, sind im Wirtschaftskalender zu finden auf die ich hier nicht näher eingehen werde.

Bevor wir auf die Daten aus der Eurozone eingehen, möchte ich kurz auf einen wichtigen Termin aus der Schweiz eingehen. Um 09:00 Uhr veröffentlicht das KOF sein Konjunkturbarometer für die Schweiz. Eine interessante Kennzahl zu der in hier nähere Informationen zu finden sind. Der Wert soll auf 1,82 steigen. Im Oktober lag er noch bei 1,72. Sollte der Anstieg schwächer als erwartet ausfallen, sollte dies den schweizer Franken belasten.

08:00 Uhr Einzelhandelsumsatz Deutschland

Die Frage nach der Umsatzentwicklung im deutschen Einzelhandel wir hier beantwortet. Wir erfahren diesen Wert für zwei verschiedenen Betrachtungszeiträume. Für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands und somit auch der Eurozone ist diese Kennzahl sehr wichtig. Man kann davon ausgehen, dass über den Erwartungen liegende Werte den Euro stärken sollten. Im Monatsvergleich rechnet man mit einem Anstieg der Umsätze von 0,5 % nachdem im letzten Monat ein Rückgang von 0,4 % gemeldet wurde. Im Jahresvergleich liegen die Erwartungen bei +1,3 %, zuletzt waren es +0,2 %.

10:30 Uhr Bekanntgabe verschiedener Kennzahlen durch die Bank of England

Hier sind Trader, die im britischen Pfund investiert sind für diese Woche noch einmal zur Aufmerksamkeit aufgerufen. Es werden Daten zur Geldmengenentwicklung, den Hypothekendarlehen und Privatkrediten bekannt gegeben. Auch wenn im Wirtschaftskalender diese Werte nur mit untergeordneter Volatilität bewertet sind, könnte es hier dennoch zu Bewegungen am Markt kommen

Nun aber zum Verbraucherpreisindex aus der Eurozone.

11:00 Uhr Verbraucherpreisindex

Die Entwicklung der Verbraucherpreise ist zum einen stark von Angebot und Nachfrage, aber auch von saisonalen Einflüssen geprägt. Eurostat gibt die Entwicklung der statistischen Warenkörbe nach zwei Kriterien bekannt. Einmal der sogenannte Kern VPI bei dem Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden und einmal der VPI, der alle Bereiche des privaten Konsums berücksichtigt. Die künftige Inflationsrate der Eurozone hängt von der Preisentwicklung aus Verbrauchersicht wesentlich ab und somit auch das Bruttosozialprodukt. Generell kann man davon ausgehen, das über den Erwartungen liegende Werte,den Euro stärken sollten. Man geht für den Kern VPI von einer Preissteigerung von 0,9 % (zuvor 0,8%) aus, der alles umfassende VPI soll bei einer Zuwachsrate von +0,8 % nach zuvor +0,7 % liegen.

11:00 Uhr Arbeitslosenquote Eurozone

Für die Eurozone geht man von einer auf hohem Niveau stagnierenden Arbeitslosenquote von 12,2 % aus. Je höher die Arbeitslosenquote liegt um so geringer wird dadurch die Konsumbereitschaft ausfallen, was wiederum zu sinkenden Einzelhandelsumsätzen und sinkenden Produktionszahlen führen würde. Wir können davon ausgehen, dass eine höhere als erwartete Arbeitslosenquote den Euro belasten würde.

Bevor wir den Überblick über die aus europäischer Sicht wichtigen Daten beenden noch kurz ein Hinweis den ich auf der Homepage der EZB gefunden habe:

09:15 Uhr Rede von Yves Mersch

Herr Mersch spricht bei einer Veranstaltung im Festsaal Casino der Goethe Universität Frankfurt. Hier soll im Anschluss an die Rede das Protokoll abrufbar sein.


Datenfeuerwerk aus Japan in der Nacht


Der letzte Handelstag der Woche bietet auch trotz der Abwesenheit der us-amerikanischen Daten – bedingt durch die Nachwirkungen von Thanks Giving und der Weihnachtsgeschenkeschnäppchenjagd – einiges an wichtigen Terminen.

Bevor wir mit den Daten der Nacht beginnen einen kurzen Hinweis darauf, dass die nachfolgenden Erläuterungen nicht als Handelsempfehlung zu verstehen sind.

Die japanischen Statistikbehörden bieten heute Nacht ein wahres Feuerwerk an Wirtschaftsdaten.

00:13 Uhr Herstellungs – Einkaufsmanagerindex

Hier geht es um die Stimmung der japanischen Einkäufer aus dem Produktionssektor. Da Änderungen in die Konjunkturzyklen sich am ehesten im Einkauf von Industrie und Herstellungssektor bemerkbar machen – klar jede Veränderung in den Produktionsmengen wirkt sich auf die Menge der benötigten Rohstoffe oder Halbfertigprodukte aus – gilt der Einkaufsmanagerindex zu recht als Frühindikator der Wirtschaftsentwicklung. Werte über 50 in diesem Index gelten als überwiegend positive Einschätzung der Lage. Für den seit Juli kontinuierlich gestiegenen Index gibt es keine Prognose – wir müssen daher davon ausgehen, dass ein Ergebnis, das über dem der letzten Lesung mit 54,2 liebt positiv auf den Yen wirken sollte.

00:30 Uhr Arbeitslosenquote

Hier geht man von einem Rückgang in der Arbeitslosenquote von 0,1 % aus und erwartet einen Wert von 3,9 %. Sollte ein höherer Wert als erwartet gemeldet werden, wäre dies kein gutes Zeichen für den Yen.

00:30 Uhr Verbraucherpreisindex

Wir erfahren wie sich die Preise aus der Sicht der Japaner verändert haben. Japan veröffentlicht diese Preise nach verschiedenen Kriterien sortiert. Einmal unterscheidet man nach der landesweiten Preisentwicklung und der Entwicklung in der Region Tokio, zum anderen Kern VPI (ohne Kosten für Lebensmittel und Energie)und dem alles umfassenden VPI. Die Werte der einzelnen statistischen Warenkörbe sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Region
Statistischer Warenkorb
Prognose
Letzter Wert
Landesweit
Kern Verbrauchpreisindex
+0,4 %
+0,3 %
Landesweit
Verbraucherpreisindex
+0,9 %
+0,7 %
Region Tokio
Kern Verbraucherpreisindex
+0,7 %
+0,6 %
Region Tokio
Verbraucherpreisindex
+1,1 %
+1,1 %

00:50 Uhr Industrieproduktion

Hier geht es um die Entwicklung der Produktionsmengen in Japan. Als eine der bedeutenden Industrienationen ist fast das ganze japanische Wachstum von den Absatzchancen der produzierten Waren abhängig. Steigende Produktion bedeuten mehr Waren auch für den Export und somit stärkere Nachfrage nach dem Yen. Man geht von einem Zuwachs von 2,0 % im letzten Berichtsmonat aus. Der letzte bekannte Wert wies ein Wachstum von 1,3 % aus. Sollte ein größeres Wachstum als prognostiziert gemeldet werden, wäre dies ein Signal für steigende Kurse des Yen.

06:00 Uhr Wohnungsbaubeginne

Hier erhalten wir einen Einblick in den Zustand das Immobilienmarktes und der Baubranche. Steigende Baubeginne deuten zum einen auf eine gute Auslastung der Baubranche und zum anderen auf steigende Nachfrage an Wohnimmobilien hin. Beides wirkt sich auf das Bruttoinlandsprodukt des Landes aus. Im letzten Monat wurde ein Anstieg der Baubeginne um 19,4 % gemeldet. Für diese Lesung wird ein deutlich schwächerer Wert von 4,3% Zuwachs gemeldet. Sollte die Prognose nicht erreicht werden, wäre dies kein gutes Zeichen für den Yen.


Die goldenen Regeln



Ich habe, nachdem ich angefangen habe mich mit dem Devisenhandel eingehender zu beschäftigen und leider auch die ersten Fehlgriffe gemacht hatte, mir ein paar goldene Regeln angeeignet. Natürlich, kann ich nicht von mir behaupten, dass ich die goldenen Regeln immer zu 100 % beachte, da manchmal eine verlockende Chance, die man sieht einfach den Verstand, wenn auch nur in der entscheidenden Sekunde, aussetzen lässt.

Ich empfehle jedem Neueinsteiger, der sich erfolgreich im Devisen-, Rohstoff- oder Aktienmarkt bewegen will, einmal ein paar Minuten Zeit zu nehmen und meine goldenen Regeln zumindest zu lesen.

Handele nie mit Geld, dessen Verlust Du Dir nicht leisten kannst!

Auch bei sorgfältiger Analyse, dem besten Moneymanagment und aller Vorsicht kann man Verluste nie zu 100% ausschließen, daher ist es sträflicher Leichtsinn seine letzten Reserven in Investments – egal ob Devisen, Rohstoffe, Indizes oder Aktien – zu stecken, wenn durch eine Fehlentscheidung die elementaren Lebensgrundlagen wie ( Miete, Strom, Gas, Versicherungen und Leben) nicht mehr gezahlt werden können. Noch mehr als sträflichen Leichtsinn muss man es bezeichnen, wenn jemand mit geliehenem Geld oder durch Kreditaufnahme erlangtes Geld im Forexmarkt investiert.

Lege nie zu viel Geld in eine Position!

Auch wenn alle Indikatoren, alle Nachrichten und das Bauchgefühl sagen, der Kurs steigt, besteht immer ein „Restrisiko“. Um nicht in Bedrängnis durch solch unvorhersehbarer Ereignisse zu geraten, nehmen Trader, die sehr sicher handeln wollen als Tradegröße 1 – 2% ihres Kapitals als optimale Größe an. Mehr als 5% in eine Position zu stecken gilt schon als sehr riskant. Mehrere Trades in der gleichen Richtung mit 1 oder 2% sollte man auch vermeiden, vor allem, wenn diese innerhalb einer sehr kleinen Kursspanne liegen.

Behalte immer eine ausreichende Geldreserve zurück!

Sichere Trader arbeiten nie mit mehr als 20% ihres Kapitals um gegebenenfalls bei einer Fehlentscheidung durch einen höheren StopLoss die Position weiter zu sichern und zu retten. Beispiel: Nehmen wir ein Konto mit 10.000$ an. Wir planen als optimale Tradegröße 2% des Kapitals ein zu setzen. Also liegt unsere Tradegröße bei 200$. Berücksichtigen wir die Kapitalnutzung von 20% bedeutet dies, das man maximal zehn Trades mit 200$ gleichzeitig offen haben kann. Nehmen wir weiterhin an, dass alle zehn Trades (im x100Hebel geöffnet) durch ungünstige Einflüsse nicht optimal laufen und im Verlust liegen – so hat der Trader durch die vorsichtige Strategie immer noch genug Kapital um seine Fehlentscheidung durch Nachschieben des StopLoss ab zu sichern und die Trades nicht im Verlust schließen zu müssen.

Handele nie gegen den Trend!

Es macht wenig Sinn, wenn alle Indikatoren und Nachrichten fallende Kurse einer Währung anzeigen gegen den Markt zu handeln und Kaufpositionen zu eröffnen, dies kann man frühestens bei eindeutigen Signalen einer Trendumkehr riskieren. Zum Beispiel, wenn der Kurs an die Begrenzungen der Bollingerbänder kommt oder der RSI eindeutig im überkauften oder überverkauften Bereich steht. Frühzeitiges gegen den Trend handeln ist immer dann zum scheitern verurteilt, da der gerade geöffnete Trade erst mal in die falsche Richtung geht und der dadurch entstandene Verlust aus gesessen werden muss bevor der Trade in die Gewinnzone kommt.

Akzeptiere, dass nicht jede Investition den erwünschten Gewinn bringen wird!

Nicht jede Investition wird Dir den erhofften Gewinn bringen, allein bedingt durch die Haltedauer und der anfallenden Over-Weekendgebühren, kann es gerade bei langfristigen Trades eine so genannte Nullnummer werden. In ungünstigen Fällen ist die Aufgabe eines schlecht laufenden Trades sinnvoller als wochenlang an der Position fest zu halten.

Durch die Beachtung meiner goldenen Regeln konnte ich in den letzten fast zwei Jahren zwar nicht jeden Verlust vermeiden, aber mein Konto vor einigen Unannehmlichkeiten schützen.

Einer der ersten SocialGurus, die seit neuestem Popular Inverstors genannt werden, bei eToro @babczyk hat einen Lieblingsspruch:

Gier frisst Hirn“

Dies soll jeden warnen, auch bei noch so verlockend aussehenden Chancen auf Gewinn die Augen für die Realität offen zu halten.

Natürlich gibt es eine Menge unterschiedlicher Ansätze und Strategien im Internet nach zu lesen, für mich haben „meine goldenen Regeln“ sehr viel Bedeutung.

Frei nach dem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“ muss allerdings jeder Trader selbst sich die Regeln aufstellen, die zu seinem Tradingstil passen.

Bollinger-Bänder – ein Mittel der Chartanalyse


Bollinger-Bänder – ein Mittel der Chartanalyse

Dieser Indikator wurde laut Wikipedia von John Bollinger vor rund 30 Jahren entwickelt. Er gilt als einer der häufigst verwendeten Instrumente der Chartanalyse und soll Änderungen im Trend erkennen helfen.

Grundlage der Bollingerbänder ist die Normalverteilung nach Carl Friedrich Gauß, einem deutschen Mathematiker der zwischen 1777 und 1855 lebte. Was bedeutet nun die Gaußche Normalverteilung oder Glockenkurve genau?

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Schulalltag – auch wenn der bei den meisten von uns schon geraume Zeit her ist – der Notenspiegel unter den Klassenarbeiten.

Im Normalfall zeigt sich eine ansteigende Kurve von den Überfliegern bis zum Durchschnittsschüler, die dann bis zu den armen Teufeln wieder abfällt.

Notenspiegel
Anzahl Note1 Note2 Note3 Note4 Note5 Note6
Schüler 2 4 8 3 2 1

Wenn man diesen Notenspiegel in einer Kurve darstellt erkennt man, dass die häufigste Note einen Mittelwert darstellt. Wenn man dies über einen längeren Zeitraum - nehmen wir mal ein Schuljahr an – betrachtet, wird unschwer feststellen können, dass sich der „arme Teufel“ von Note 6 durch intensives Lernen allenfalls dem Mittelwert nähern kann, der Überflieger durch „andere Prioriäten als Lernen“ aber auch kaum bis an untere Ende der Kurve durchgereicht werden wird, sondern auch sich im das Mittelmaß wieder finden wird.


Nun aber zurück zu Herr Bollinger und seine Bändern.

Herr Bollinger hat als Grundlage einen gleitenden Durchschnitt über 20 Tage angenommen und somit die „Mittellinie“ um den Kursverlauf anhand einer Aktie bestimmt. Dann hat er die sogenannte Standardabweichung ( im Fall unseres Notenspiegels die Einser- und Zweierschüler als obere Standardabweichung und die Vierer- , Fünfer- und Sechserschüler) zu dem Durchschnittswert dazu gerechnet bzw. abgezogen. Das Ergebnis waren dann die oberen und unteren Bollingerbänder.

Von diesen Bänder kann man folgende Handelssignale ableiten:


  1. Nähern sich die oberen und unteren Bänder der Mittellinie kann man von einer massiven Kursbewegung erst mal ausgehen. Die Richtung ( steigend oder fallend ) ist damit aber noch offen.
Die Bewegungen innerhalb einer Normalverteilung gehen meist von einem Band zum anderen – also entweder von fallend zu steigen oder umgekehrt. Ist also der Trend am Beispiel unserer Schulklasse so, dass die armen Teufel anfangen zu lernen wird sich die Anzahl der Note 6 und 5 verringern und eine Häufung bei 4 und 3 erst mal die Folge sein. Lernen die schwachen Schüler noch mehr – geht der Weg weiter nach oben. Umgekehrt werden die Überflieger von 1 bis 3 allenfalls 4 durchgereicht werden, bevor auch hier das Umdenken – sprich wieder mehr Lernen – einsetzt. Auf unsere Bollingerbänder übertragen bedeutet dies, dass ein Kurs – wenn er in die Nähe eines Bandes kommt – auch dazu neigt um zu denken und die entgegengesetzte Richtung einschlägt.

  1. Nehmen wir jetzt mal unsere Überflieger der Klasse als Beispiel. Der Überflieger sieht keinen Grund zum Lernen – weil die 1 oder 2 schafft er sicher – tut nichts mehr für die Schule, er fällt auf eine 3 oder 4. Nun kommt der Frust über den Misserfolg und plötzlich muss er lernen, seine Zeit anders einteilen und gerät dadurch immer mehr unter Druck und blockiert sich. Dann ist nur noch eine Frage der Zeit bis er unter den Mittelwert fällt und sich dem unteren Band nähert. Je schneller dieser Prozess abläuft um so wahrscheinlicher ist es, dass er das Klassenziel verfehlt und sitzen bleibt.

Übertragen wir nun dieses Phänomen auf die Bollingerbänder bedeutet das für uns:
Verlässt ein Kurs die Begrenzung des Bollingerbandes kann man mit einer weiteren Bewegung in Ausbruchsrichtung rechnen.

Wie alle Indikatoren basieren auch die Bollingerbänder auf den Werten der Vergangenheit und können daher nur bedingt in die Zukunft exakte Berechnungen liefern.

Daher sollte man auf keinen Fall nur nach den Bändern handeln sondern auch immer die aktuelle Nachrichtenlage im Auge behalten. Trotz dieser Einschränkungen gehören die Bollingerbänder aber zu den Standardindikatoren, die relativ einfach an zu wenden und empfehlenswert sind.



Der schwarze Freitag – wo kommt der Name her?




Der „Black Fryday“ ist am Tag nach „Thanks Giving“, dem amerikanischen Erntedankfest, das immer am letzten Donnerstag im November gefeiert wird.
 
Da die Thanks Giving Partys in USA recht ausgiebig gefeiert werden, haben sehr viele Amerikaner am Tag nach Thanks Giving einen Tag Urlaub und nutzen dies Zeit für die ersten Weihnachtseinkäufe. 


Der Black Fryday gehört in USA zu den umsatzstärksten Tagen im Einzelhandel, viele Geschäfte locken an diesem Tag mit Sonderangebote, Werbegeschenken und hohen Rabatten. 

Um von den oft nur in begrenzter Zahl erhältlichen Sonderaktionen - das kenne wir hier in Deutschland das die Lockvogelangebote nur für die ersten Kunden verfügbar sind – stehen viele Amerikaner schon ab 05:00 Uhr in den Schlangen vor den Läden. Dadurch werden viele von den hell erleuchteten Schaufenstern von den Menschenmassen verdeckt und dies führte zu dem Namen „schwarzer Freitag“


Seit dem es viele Onlinehändler gibt, die international aktiv sind, schwappt die Angebotswelle am schwarzen Freitag auch bis zu uns nach Deutschland über. Gemeinsame Aktionen verschiedener Händler haben zum Beispiel hier den „Black Frydays Sale“ vermarktet um auch das Vorweihnachtsgeschäft bei uns an zu kurbeln.

In Deutschland besagen verschiedene Umfragen, dass viele Bundesbürger wegen der niedrigen Zinsen ihr Weihnachtsgeld dieses Jahr vermehrt in den Konsum geben und die Sparbereitschaft anders als in anderen Jahren stark rückläufig sein wird.

Demnach können wir auf die Werte der Einzelhandelsumsätze im nächsten Monat sowohl aus USA und Deutschland gespannt sein.





Montag, 25. November 2013

Der Nachmittag steht im Zeichen der USA




Nachdem am Vormittag nicht alle zu viel nennenswerte Daten veröffentlicht wurden, geht es am 14:30 Uhr mit Daten aus USA Schlag auf Schlag.



14:30 Uhr Baugenehmigungen und Baubeginne

Mit diesen beiden Kennzahlen erfahren wir ein Menge über den Zustand des Immobilienmarktes der USA. Als einer der wichtigsten Bestandteile einer Volkswirtschaft ist ein stabile Nachfrage an Häusern – egal ob Neubauten oder bestehenden Gebäuden – aussagekräftig für den Gesamtzustand der Wirtschaft. Aus den Werten der Baugenehmigungen und der Baubeginne kann aber zusätzlich noch die Auslastung der Baubranche und des Baunebengewerbes anlesen.Generell sollten bei dieser Kennzahl bessere Werte als erwartet positiv auf den USD wirken.

Kennzahl Prognose Letzter Wert
Baugenehmigungen 930.000 926.000
Baubeginne 915.000 891.000

14:55 Uhr RedBook USA

Hier geht es um die Umsätze des us-amerikanischen Einzelhandels. Redbook Research ist eines der namhaften Marktforschungsunternehmen der USA und hat sich auf die Erforschung der Einzelhandelsentwicklung spezialisiert. Wöchentlich erscheint dieser Termin im Kalender. Prognosen gibt es wegen der kurzen Datenerhebungszeit keine. Wir müssen daher von der Werten der Vorwoche ausgehen, wenn wir die Marktreaktionen im USD einschätzen wollen. Letzte Woche wurde im Monatsvergleich ein Rückgang der Umsätze um 0,7 % und im Jahresvergleich immerhin noch ein Zuwachs von 3,5 % gemeldet. Sollten die Werte diesmal besser als in der Vorwoche ausfallen, wollte dies den USD stärken.

15:00 Uhr Hauspreisindex USA

Hier geht es genau wie im ersten Termin aus USA um den Immobiliensektor. Die Entwicklung der Preise für verkaufte Wohnhäuser wird hier dargestellt. Höhere Preise für Immobilien deuten auf eine über dem Angebot liegende Nachfrage hin. Die Preisentwicklung geht auch in die Inflationsrate der USA ein und dürfte auch für die nächste Sitzung des FOMC von Interesse sein. Es werden zeitgleich Werte die auf den Daten der großen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae oder Freddie Mac im Monatsvergleich basieren und der S&P/Case-Shiller Hauspreis Index, der die Daten im Jahresvergleich bewertet, veröffentlicht. Die einzelnen Werte sind der untenstehenden Tabelle zu entnehmen. Sollten die ermittelten Preissteigerungen über den Erwartungen liegen, sollte dies den USD stärken.


Kennzahl Prognose Letzter Wert
Hauspreisindex
+0,5 %
+0,3 %
S&P Case-Chiller Hauspreisindex
+13,0 %
+12,8 %

16:00 Uhr CB Verbrauchervertrauen USA

Der einzige Termin im gesamten heutigen Wirtschaftskalender der mit der maximalen Anzahl von Achtungszeichen versehen wurde ist diese Kennzahl. Aus meiner aktiven Bloggerzeit im eToro Blog möchte ich auf einen von mir verfassten Beitrag zu dieser Kennzahl hinweisen, in dem ich auf die Hintergründe eingegangen bin. Hier ist der Beitrag zu finden. Im Schatten der Haushaltskrise ist dieser Wert von 81,5 auf 71,2 im letzten Monat gefallen. Für diese Lesung geht man von einer Erholung auf 72,9 aus. Sollte die Erwartung übertroffen werden, sollte dies dem USD Auftrieb verleihen.

16:00 Uhr Richmond Fed Herstellungsindex

Dieser Index wird von der Federal Reserve Bank of Richmond anhand einer Umfrage bei 100 Produktionsbetrieben im Zuständigkeitsbereich der Fed Zweigstelle erstellt. Werte über 0 gelten in diesem Indikator als überwiegende positive Einschätzung der Lage. Es wird mit einem Wert von 3 gerechnet, nachdem im letzten Bericht ein Wert von 1 gemeldet wurde. Sollte ein Wert unter 3 herauskommen, würde dies den USD belasten.

Spät am Abend kommen dann noch die Erdöl-Lagerbestände heraus. Wer mit dem schwarzen Gold handelt, sollte um 22:30 Uhr aufmerksam sein. Durch die sich abzeichnende Entspannung im Irankonflikt und einiger anderer Wirtschaftsdaten könnte es eine stärkere Kursbewegung bei Rohöl geben, je nachdem wie stark sich die Lagerbestände verändert haben.

Hiermit möchte ich den Überblick über den morgigen Handelstag beenden – und nochmal darauf hinweisen, dass es sich hier nicht um Handelsempfehlungen dreht – meine Ausführungen sollen lediglich als Anhaltspunkt für eigene Überlegungen dienen.

Blick auf die Daten des 26.11.2013



Für den neuen  Handelstag stehen etwas mehr Daten im  Kalender stehen als für den vergangenen Montag und beginnt bereits in der Nacht mit japanischen Daten.

Ich bitte zu bedenken, dass die nachfolgenden Erläuterungen nicht als Handelsempfehlungen dienen.

00:50 Uhr CSPI Japans

Hier geht es um die Preisveränderungen für Dienstleistungen, die von den Betrieben in Anspruch genommen werden. Auch diese Preisveränderung wirkt über den Umweg des Handels bis in die Verbraucherpreise und somit auch auf die zu erwartende Inflationsrate. Die Bank of Japan möchte die Inflationsrate bei 2 % sehen, ein leichter Anstieg in CSPI (CONTINENTAL STAR Preis INDEX) auf 0,9 %nach zuvor 0,7 % wird erwartet. Sollte dieser Wert besser als prognostiziert ausfallen, wäre dies ein Zeichen für steigende Kurse des Yen.

00:50 Uhr Geldpolitisches Besprechungsprotokoll der BoJ

Eindeutig der wichtigere der beiden Termine der Nacht ist das Protokoll der letzten Zinsentscheidung. Wie wir wissen, wurde beschlossen weiter an der ultralockeren Geldpolitik fest zu halten. Je nachdem, wie kontrovers die Entscheidungen im Vorfeld diskutiert wurden oder wie das Abstimmungsverhältnis war, könnte hiervon eine nicht unerhebliche Volatilität am Markt ausgehen. Trader, die aktuell im Yen investiert sind, sollten hier besonders aufmerksam sein und an eine ausreichende Absicherung der Trades denken.

Weitere wichtige Daten in der Nacht stehen nicht im Kalender, so dass wir uns nun in den europäischen Daten umsehen können.

Auch aus Europa werden relativ wenig wichtige Daten gemeldet. Ich bitte die einzelnen Termine hier – in einem der zahlreichen Wirtschaftskalender nach zu lesen. Bei Fragen zu den Terminen bin ich üblicherweise im eToro OpenBook zu erreichen, auch @berufstouri gibt auf seiner Wall gern zu den Terminen Auskünfte.

Einer der wichtigsten Termine am Vormittag kommt aus Großbritannien.

11:00 Uhr Rede von Gouverneur Carney

Je nach Inhalt der Rede kann es – wie üblich bei Reden von namhaften Notenbankern – zu verstärkten Marktbewegungen in der jeweiligen Währung kommen. Herr Carney ist Chef der Bank of England, daher sollten alle Trader, die im GBP investiert sind hier sehr aufmerksam sein.

Wo wir gerade beim Thema Reden von verantwortlichen Mitgliedern der Notenbanken sind – habe ich schnell noch einen Blick auf die Homepage der EZB geworfen:

13:30 Uhr Rede von Yves Mersch

Herr Mersch spricht auf einem Kongress in Frankfurt am Main.

19:00 Uhr Rede von Jörg Asmussen

Herr Asmussen spricht vor dem Bundesverband Deutscher Kapitalanlegegesellschaften e.V. in Berlin.

Auch hier sollten alle, die im Euro investiert sind Vorsicht walten lassen.

Ich danke für das aufmerksame Lesen – im nächsten Teil gehe ich auf die Daten aus USA ein.



Sonntag, 24. November 2013

Start in die neue Handelswoche

 


Die neue Handelswoche beginnt wie üblich mit einem Schontag, zumindest was die interessanten Meldungen im Wirtschaftskalender angeht.

Werfen wir einen Blick auf die anstehenden Reden von namhafteACn Notenbanker, die den Tag begleiten und wegen fehlender anderer Impulse schon als Highlights dienen könnten:

01:15 Uhr EZB-Diektoriumsmitglied Benoît Cœuré
05:00 Uhr BoJ Gouverneur Kuroda
22:15 Uhr Deutsche Bundesbank Präsident Weidmann
23:15 Uhr RBA Assistant Gov Lowe

Bei diesen Terminen kann – wie schon des öfteren erwähnt – eine gewisse Volatilität im Devisenmarkt entstehen. Man sollte wenn man im Yen, Euro, USD oder AUD investiert ist diesen Terminen ein gewisse Bedeutung beimessen.

Nun aber zu den wenigen echten Daten aus dem Wirtschaftskalender:

Nach eher unbedeutenden Meldungen aus Finnland, Spanien und Frankreich, bei denen es um die Entwicklung der Erzeugerpreise in Finnland und Spanien geht oder im Falle von Frankreich um die Beurteilung der konjunkturellen Lage durch die Herstellungsbetriebe ist der erste Termin mit mittlerer Volatilität aus der Schweiz zu erwarten.

09:15 Uhr Veränderung der Erwerbstätigenrate der Schweiz

Für die Schweiz geht von einer leichten Steigerung in der Anzahl der Beschäftigten aus. 

Es sollen immerhin rund 300.000 Arbeitsverhältnisse im letzten Quartal neu entstanden sein. (4,20 Millionen statt 4,17 Millionen). Die ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl der Schweiz von knapp acht Millionen eine beachtenswerte Verbesserung. Zur Erinnerung die Arbeitslosenquote in der Schweiz liegt derzeit bei rund 3,3 %. Sollte ein besseres Ergebnis als erwartet gemeldet werden, wäre dies ein gutes Zeichen für den Schweizer Franken.

10:30 Uhr BBA Hypotheken Genehmigungen Großbritannien

Die Anreize des Programmes der britischen Regierung für den Hauskauf in Großbritannien scheinen die ersten Fürchte zu tragen. In der von der Britische Banker Gesellschaft erstellten Statistik über die neu erteilten Hypothekengenehmigungen wird mit einem Anstieg zum Vormonat gerechnet. Statt 43.000 Genehmigungen sollen im vergangenen Monat 45.200 Hauskaufkredite bewilligt worden sein. Dies würde den britischen Immobilienmarkt stärken und entsprechend auch die gesamtvolkswirtschaftliche Leistung steigern. Ein Übertreffen der Erwartung würde das britische Pfund stärken.

Der wichtigste Wirtschaftstermin des Tages kommt am Nachmittag aus USA

14:30 Uhr Schwebende Eigenheimverkäufe

Hier geht es um die Immobilien für die im letzten Monat ein Kaufvertrag abgeschlossen wurde, die Abwicklung (Übergabe und Bezahlung) allerdings noch nicht erledigt ist. Der US-Immobilienmarkt konnte in den letzten Meldungen nicht unbedingt durch besondere Zuwachsraten überzeugen und gilt als Gradmesser für die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft und somit auch als Entscheidungsgrundlage für die Maßnahmen der Fed. Im letzten Monat, bedingt durch die Haushaltskrise, ging der Wert um 5,6 %zurück. Für diese Lesung erwartet man eine Steigerung um 1,3 %. Sollte diese übertroffen werden, sollte der USD deutlich zulegen können.

16:30 Uhr Federal Reserve Bank of Dallas Business Performance Index

Die Fed Dallas veröffentlicht einen Zustandsbericht über texanischen Produktionslandschaft. Die Betriebe werden nach ihrer Einschätzung bezüglich der Wirtschaftsfaktoren: Beschäftigungslage, Preisentwicklung, Kapazitätsauslastung und Auftragslage etc. befragt. Im letzten Monat ist die Einschätzung der Betriebe in der Folge des Haushaltstreits stark gesunken. Nach 12,8 im September wurden im Oktober nur noch 3,6 gemeldet. Eine Prognose für diese Lesung fehlt leider. Man kann aber davon ausgehen, dass Werte unter 3,6 eine Schwächung des USD zur Folge hätten.

Damit wären wir schon am Ende der Wirtschaftsdaten angelangt. Ich danke für die gezeigte Aufmerksamkeit, widme mich nun meinen Geburtstagsgästen und weise am Schluss noch daraufhin, dass diese Zusammenfassung nicht als Handelsempfehlungen verstanden werden sollen.




Samstag, 23. November 2013

Die Candlesticks - was man darüber wissen sollte


Im Beitrag Chartbilder- und warum sollte man sich damit befassen bin ich auf die kurz auf die verschiedenen Darstellungsformen im Chart eingegangen. Die von mir bevorzugte Variante sind und bleiben die Candlesticks. Dieser Beitrag soll einiges an Hintergrundinformationen zu den Candlesticks vermitteln.

Diese Darstellungsform – zwei verschiedenfarbige Kerzen – ja nach Chart-Anbieter oder individueller Einstellung schwarz/weiß, rot/grün, rot/blau oder rot/weiß – und die Analysemethode die sich daraus ergibt, stammt aus Japan und hat dort eine lange Tradition.

Dort hat der japanischer Reishändler Homma Munehisa, der den Beinamen „Gott der Märkte“ trug und zwischen 1724 und 1803 lebte, für die langfristige Aufzeichnung der Preise an der japanischen Reisbörse diese Darstellungsform entwickelt und für die Prognose der Preisentwicklung für den Reis genutzt. Die Methode wurde durch Steve Nison für den modernen Börsenhandel populär gemacht.

Ein Vorteil der Candlesticks gegenüber zum Beispiel dem Linienchart besteht darin, dass in einer Kerze mehrere Hintergrundinformationen enthalten sind.

Generell steht jede Kerze für eine Zeiteinheit. Je nach Einstellung und Anbieter in der oberen Chartleiste kann dies von Minuten bis zum Jahreschart ausgewählt werden. Um Aussagen über einen zu erwartenden Kursverlauf zu treffen sollte man sich meiner Meinung nach die Kursinformationen immer in verschiedenen Zeitrastern ansehen, um alle Informationen über kurz-, mittel oder langfristige Trends in seine Tradingentscheidung ein zu beziehen.

Ein Candlestick besteht wie eine Kerze normalerweise auch aus Körper und Docht. Allerdings hat der Candlestick zwei Dochte einen oben und einen unten. Die Farben rot und schwarz stehen für fallende Kurse, die Farben weiß, grün oder blau für steigende Kurse.

Die Körper der Kerzen zeigen, wenn man mit der Maus darauf zeigt den Eröffnungs – und Schlusskurs ( open – close ), die Dochte Höchst- und Niedrigstkurs ( high – low ) für die Zeitperiode. Allerdings muss folgende Grafik beachten um die einzelnen Kerzen zu interpretieren:

Aus der Länge der Körper kann man erkennen ob es sich um einen ausgeglichenen Markt handelt oder ob Nachfrage- oder Angebotsüberhang das Marktgeschehen bestimmte.
Hier gilt je größer der Körper umso unausgeglichener war das Nachfrage - Angebotsverhältnis.

Der so sogenannte Doji – eine Kerze fast ohne erkennbaren Körper – stellt für den Zeitraum der Betrachtung einen ausgeglichenen Markt dar, bei dem Eröffnungs- und Schlusskurs nahezu identisch sind.


Während die Körper der Kerzen das Angebots- und Nachfrageverhältnis ausdrücken, dienen die Dochte der Anzeige der Höchst- und Niedrigstkurs innerhalb der Zeitperiode. Fehlende Dochte bedeuten, dass Höchst- bzw. Tiefstkurs mit Eröffnungs- bzw. Schlusskurs identisch waren.

Beobachtet man einen Minuten- oder fünf-Minuten-Chart, kann man oft beobachten, dass die Kerze die Farbe wechselt, je nach Kursentwicklung. Mehrere gleichfarbige Kerzen in Folge deuten auf einen Trend hin.

Aus den Informationen der Kerzen kann man schon mal grob festlegen, in welche Richtung der Markt tendiert und ob man eher einen Long-Einstieg (Kauf eines Pärchens) oder einen Short-Einstieg (Verkauf eines Pärchens) favorisieren sollte.


Aber hier ist Vorsicht geboten, aus der sich entwickelnden Kerze oder der Tatsache, dass zwei – drei oder vier Kerzen in der gleichen Farbe erscheinen, kann man keinen sicheren Trend ausmachen. Das wäre ungefähr so, als wenn man aufgrund eines Blickes vor die Tür schon an der momentanen Wetterlage die große Grillparty planen würde (bei unserem Wetter sollte man da doch etwas weitergehende Wetterbeobachtungen machen).

Was bedeutet dies für unsere Candlesticks nun?

  • wir können aus ihnen ablesen, wie sich der Kurs während der Zeitperiode entwickelt hat.
  • Wir können anhand mehrerer gleichfarbiger Kerzen einen groben Trend erkennen
  • wissen aber immer noch nicht wie sich der Kurs in der Zukunft wahrscheinlich entwickeln wird.

Um die Werte der Vergangenheit, die wir aus den Kerzeninformationen ablesen können, sicher für Tradingentscheidungen zu nutzen bedienen wir uns den sogenannten Indikatoren.

Aber Vorsicht, allen Indikatoren ist eines gleich – sie kennen nur die Daten der Vergangenheit und übertragen die Erkenntnisse auf die Zukunft!

Also auf unsere Grillparty von vorhin übertragen – würde jemand auf die Idee kommen nach dem 100jährigen Kalender eine Riesenfete im Freien für einen bestimmten Tag ein halbes Jahr im Voraus ohne Plan B – in Form eines großen Partyzeltes – planen?

In weiteren Beiträgen werde ich demnächst auf verschiedene Indikatoren eingehen.

Einfügen des Ampelindikators bei eToro in die Webtrader-Charts




Auch bei eToro kann man diesen Indikator in den Webtrader-Charts nutzen. In den folgenden Screenshots erkläre ich die Vorgehensweise. Als bekannt setze ich die Funktionsweise des Webtraders voraus. Sollten hier Fragen vorliegen, können diese gern im OpenBook auf meiner Wall @nessi508 diskutiert werden.

Nachdem ich mir die Webtradercharts für das gewünschte Währungspaar geöffnet habe, klicke auf den Reiter „Studies“ und wähle dann „Systemmanager“


Es öffnet sich ein Auswahlmenü. Durch Betätigen des Scrollbalkens kann mich dann bis zum Moving Average vorarbeiten. Hinter MA steht ein roter Pfeil. Jedes Anklicken fügt eine Zeile mit den Standardeinstellungen in das rechte Menüfeld ein.


Nun hätten wir drei MA-Linien mit identischen Einstellungen im Chart. Um unsere Parameter einstellen zu können ist unter den eingefügten Indikatoren das Feld „Edit Parameters“. Für jede Linie, die durch anklicken hellblau unterlegt wird, kommt jetzt die Feinarbeit. Im oberen Feld ist eine Linie hellblau unterlegt. Diese können wir bearbeiten, indem wir die Periode (standardmäßig auf 10 eingestellt) mit den Pfeiltasten nach oben oder unten verändern. Danach klickt man auf das Farbfeld und lässt da bei der Farbwahl seiner Kreativität freien Lauf. Ich empfehle allerdings gerade bei der gelben Linie eher kräftigere Farben zu verwenden, da diese sonst im Chart eher schlecht zu sehen ist. Diese Einstellprozedur macht man dann für alle drei Linien, in dem man im oberen Feld die nächste anklickt und somit blau unterlegt.

Sind alle Linien bearbeitet, beendet man die Einstellungen mit „OK“ und sollte in seinem Chart folgendes Bild sehen:


Diese Einstellung sollte man dann auch im Chart speichern, damit beim nächsten Öffnen des Charts die Werte nicht wieder neu eingestellt werden müssen. Zu diesem Zweck gibt es das Diskettensymbol in der zweiten Menüleiste. Bei Neuöffnen des Charts kann man seine Einstellungen meist mit einem Klick auf den „Aktenordner“ davor wieder herstellen.

Ich möchte hier nicht verschweigen, dass es andere Chartanbieter gibt, die komfortablere Einstellungen und Speichermöglichkeiten anbieten. Egal welchen Anbieter man nutzt – mir persönlich sind einige Funktionen von Netdania, Forexpros oder Forexstreet sympathischer und belasten den Rechner nicht so sehr – die Platzierung und Abrechnung von Trades geschieht IMMER !!! nach den Charts des Anbieters und es können zwischen den eToro-Charts und den Fremdchart leichte Abweichungen sein.


Freitag, 22. November 2013

Chartbilder - warum sollte man sich mit diesen befassen?

Um eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung am Devisenmarkt zu treffen, muss man sich zwingend mit den wahrscheinlichen Kursverläufen auseinander setzen.

Dazu nutzt man am besten die Chartbilder seines Brokers oder eines Anbieters seiner Wahl. Allerdings sind einige Grundkenntnisse erforderlich um aus den Bildern heraus klare Erkenntnisse zu gewinnen.

Zunächst schauen wir uns einfach mal so ein Chartbild - den beliebten Candlestick-Chart - an:

Man erkennt zunächst das Währungspärchen, das angezeigt wird, dann den Zeitframe und hat noch verwirrende 195 gefühlte Reiter und Symbole -auf die wir teilweise im Detail noch eingehen werden.

Darunter die grün - rote Ansammlung von Balken - das ist der eigentliche Chart, der den Kursverlauf dokumentiert.

Für die Chartdarstellung gibt sehr viele gängige Formen. Im nächsten Bild sieht
man drei davon nebeneinander dargestellt.



Im linken Teil den  Bar HLC, den Linien-Chart und den Flächenchart.

Meiner Meinung nach ist der Candlestick-Chart die aussagekräftigste Darstellung.

Aber allein die Kurven im Chart sagen noch nichts über den künftig  zu erwartenden Kursverlauf aus, da hier nur die Werte der Vergangenheit in einer grafischen Darstellung zu erkennen sind.

Dazu brauchen wir unsere Indikatoren - auf die ich in weiteren Beiträgen eingehen werde.

Analysen - unverzichtbar für den Erfolg

Oft liest man in der Werbung - sei es im Internet oder in Emails - das man im Forexhandel sehr schnell reich werden kann.

Wer hat die tollenTexte nicht schon erhalten..

"In 100 Tagen reich - durch Trading"
"Klaus P. - KFZ-Mechaniker verdient nun 6.754 Euro im Monat von zuhause"

.. die Liste könnte den ganzen Blogbeitrag füllen.

Wenn man diese Werbesprüche so liest, eventuell noch ein Übungskonto bei einem der Anbieter eröffnet, wird man schnell von den dortigen Accountmanagern kontaktiert und erfährt, dass dies alles ganz "easy" ist.

Die Wahrheit wird man dann schnell erkennen, wenn man ohne sich mit der Materie zu befassen mit echtem Geld anfangen würde zu handeln.

Aber ehrlich - würden Sie sich in einen Sportwagen setzen, mit 180 Sachen über die Autobahn fahren ohne vorher einen Führerschein zu machen und wie lange würden Sie dieses Abenteuer unbeschadet überleben?



Ersters denke ich scheidet wegen Ihrer Vernunft aus - sollte ihre Vernunft allerdings versagen würde  ich an Ihrer Stelle schon mal den Notarzt und die umliegenden Krankenhäuser von Ihrer Fahrt informieren.


Kommen wir nun zurück zum eigentlichen Thema.

Devisenhandel - das ist der An- und Verkauf von Währungen.

Währungen unterliegen aus verschiedenen Gründen Kursschwankungen. Diese können durch fundamentale Gründe eintreten:

- gute oder schlechte Wirtschaftsnachrichten
- Katastrophen
- Kriege und ähnliches

oder sich einfach aus der Tatsache, dass alles in gewisser Weise zwischen dem oberen und unteren Punkt einer Wellenlinie hin und her bewegt, entstehen. Dies nennt man dann technische Gründe.

Wir unterscheiden als zwei große Analysemethoden. Die Fundamentalanalyse (hier passen die von mir im Blog täglich veröffentlichten Wirtschaftsmeldungen hinein) und die Chartanalyse oder technische Analyse (hier kann ich den Blog von Lars Hoffmann berufstouris-forex-analysen.blogspot.de empfehlen).

Um für die Neulinge, die in diesem Blog lesen, einige Begriffe etwas verständlicher zu machen werde ich in der nächsten Zeit nicht nur die Wirtschaftsmeldungen kommentieren sondern auch Begriffe wie Chart, Candlesticks, Indikatoren und einiges mehr in verschiedenen Beiträgen erläutern.

Ampelindikator – eine Variante des Moving Average





Der Moving Average ist ein leicht an zu wendender Indikator, der sich meiner Meinung hervorragend auch für Ungeübtere eignet.
Er basiert auf dem gleitenden Durchschnitt und dient als Signalgeber und Bewerter eines Trends, da er hilft die Fortsetzung oder Umkehr eines Trends frühzeitig zu erkennen.
In Marktsituationen, die sich durch klare Trendphasen kennzeichnen liefert der Moving Average klare Signale. Befinden wir uns allerdings in Zeiten von Seitwärtsbewegungen sind die Signale nicht sehr aussagekräftig. Durch das Einfügen von zwei oder drei Linien in den Chart erkennt man an den Kreuzungen der Linien Kauf-/Verkaufssignale.

Warum nenne ich den Moving Average meinen "Ampelindikator"?

Ich zeichne drei Moving Average Linien mit verschiedenen Perioden in den Chart ein. Da ich diese den Farben der Verkehrsampel nach empfunden einzeichne fiel mir dieser Name ein. Es gibt auch Anwender die diese Linien den Regenbogenfarben angepasst im Chart verwenden, allerdings geht meiner Meinung nach da die Übersichtlichkeit etwas verloren. Bei Indikatoren gehe ich persönlich nach dem Motto vor: „Weniger ist oft mehr“
Folgende Farbwahl und Einstellung der Perioden habe ich für mich als aussagekräftigste ausgewählt:

Rote Linie                      3 Perioden
Gelbe Linie                     8 Perioden
Grüne Linie                   20 Perioden

Es werden auch andere Periodenabstände als üblich angesehen ( 5, 15 und 20 ). generell sollte man – unabhängig welchen Chartanbieter man nutzt - neu eingefügte Indikatoren erst vorsichtig im „Trockenkurs“ oder Demokonto verwenden und die verschiedenen Einstellungen zu testen. Erst danach kann man meiner Meinung nach entscheiden, welche Einstellungen am besten zum eigenen Tradingstil passen.



Wie interpretiert man nun die drei Linien?


  • kreuzt die rote Linie die gelbe und/oder grüne gilt das als Signal für einen guten Einstieg, wenn die Kreuzung im Trend liegt
  • kreuzt die rote Linie die gelbe und/oder grüne gilt das als Signal für eine Trendumkehr, wenn die Kreuzung gegen den Trend läuft.
  • läuft die rote Linie parallel zu gelb und/oder grün handelt es sich um einen stabilen Trend
  • entfernt sich die rote Linie von gelb und/oder grün signalisiert das eine baldige Trendumkehr


Generell kann man also sagen:

Die Linien rot-gelb-grün (bzw. grün-gelb-rot) laufen schön parallel = „Der Trend ist Dein Freund“