Wer kennt diese Angebote nicht:
„Ersteinzahlungbonus, Freundschaftswerbungsbonus ($100,00 für den
Werber und $50,00 für den Geworbenen), $ 20,00 um in Aktien zu
investieren, $ 20,00 Weihnachtspromotion, $ 20,00 je veröffentlichtem
Blogeintrag, $ xxx für die Evangelistentätigkeit...“ die Liste
ist wahrscheinlich beliebig verlängerbar.
Erst bedeutet dies einmal, man bekommt
vom jeweiligen Anbieter Geld zur Verfügung gestellt, mit dem man
traden kann. Klingt ja erst mal nicht schlecht und man könnte auf
die Idee kommen, eine feine Sache um sein Konto auf zu füllen.
Wie sieht aber die Realität aus –
kann man irgendwann aus diesem Bonusgeld auch echtes, auszahlbares
Geld machen?
Ja, das kann man – vorausgesetzt man
möchte bis zum Sanktnimmerleinstag bei dem Spender traden. Hier mal
ein Auszug aus den Regeln eines Brokers:
Bonusgeld wird da als „Kredit“ des
Brokers an den Trader definiert. Dies ist wie ich finde eine
gewöhnungsbedürftige Definition für Geld, was für eine erbrachte
Leistung (Einzahlung, Werbung, Dienstleistung etc.) ausgelobt wurde.
Einen Kredit muss man bekanntlich ja zurückzahlen.. allein das
klingt im Zusammenhang mit Bonus schon abenteuerlich genug.
Aber der Broker ist ja großzügig und
erlaubt, das Bonusgeld in richtiges auszahlbares Geld um zu wandeln.
Man beachte hier die Voraussetzungen:
Die Umwandlung von Bonusgeld in
auszahlbares Geld ist möglich, wenn das Handelsvolumen den
Anforderungen genügt. Bis zur Erfüllung dieser Anforderungen ist
das als „Kredit“ erhaltene Geld nicht auszahlbar. Mit jedem
Trade, den man eröffnet kann man den nicht auszahlbaren Betrag
verringern. Und zwar genau um maximal 30 % des für den Handel
anfallenden Spreads, Investitionen in Aktien sind um Bonusgeld frei
zu traden ungeeignet, da hier keine Reduzierung des sogenannten NWA
(Non-withdrawable Amount) erfolgt. Bei Indices, Öl, Gold und Silber
liegen sogar nur bei 10 % des Spreads.
Im Klartext bedeutet dies bei einem
Trade EUR/USD im x100 in Höhe von 10.000 Einheiten eine Umwandlung
von Bonusgeld in Höhe von $ 0,90 in auszahlbares Guthaben.
Man kann sich gut ausrechnen, wie viele
Trades man machen muss um einen Bonus von $ 100,00 auszahlen zu
können.
Nun kommt aber das, was nicht so genau
im „Kleingedruckten“ steht.
Aus eigener Erfahrung weiß ich zu
berichten, dass realisierte Verluste vom auszahlbaren Kapital
(eingezahlten Geld, realisierten Gewinnen oder frei gespieltem Geld)
abgezogen werden - nicht etwa vom Bonusgeld. Wenn man nun mit einer
oder mehreren Positionen daneben gelangt hat und mehr als das
freigespielte Geld als Verlust realisiert hat, kommt man in die
Situation, dass man selbst neu realisierte Gewinne nicht auszahlen
kann, da man erst mal das verlorene Bonusgeld wieder als Gewinne
realisieren muss.
Beispiel
Nicht auszahlbares Bonusgeld $
1.000,00 (als Blogger oder Evangelist zu erzielen)
Gewinne und eingezahltes Geld $
500,00
Verlust $
800,00
ergibt - $ 300,00
auszahlbares Geld, bis man die $ 300,00 wieder als Gewinne
realisiert hat oder eingezahlt hat.
So gesehen, befindet man sich in einer
Zwangsjacke aus der es kein Entrinnen gibt oder man muss auf das
Bonusgeld, für das man ja eigentlich Leistungen erbracht hat im
Vorfeld – und sei es nur dadurch, dass man seinen Facebookaccount
als Werbefläche für das Bonusgeld zur Verfügung gestellt hat,
verzichten.
Nun – für mich fiel nach der
Erkenntnis die Entscheidung leicht künftig auf solche Angebote zu
verzichten.




























