Samstag, 30. November 2013

Der kleine Haken hinter dem Bonusgeld



Wer kennt diese Angebote nicht: „Ersteinzahlungbonus, Freundschaftswerbungsbonus ($100,00 für den Werber und $50,00 für den Geworbenen), $ 20,00 um in Aktien zu investieren, $ 20,00 Weihnachtspromotion, $ 20,00 je veröffentlichtem Blogeintrag, $ xxx für die Evangelistentätigkeit...“ die Liste ist wahrscheinlich beliebig verlängerbar.

Erst bedeutet dies einmal, man bekommt vom jeweiligen Anbieter Geld zur Verfügung gestellt, mit dem man traden kann. Klingt ja erst mal nicht schlecht und man könnte auf die Idee kommen, eine feine Sache um sein Konto auf zu füllen.

Wie sieht aber die Realität aus – kann man irgendwann aus diesem Bonusgeld auch echtes, auszahlbares Geld machen?

Ja, das kann man – vorausgesetzt man möchte bis zum Sanktnimmerleinstag bei dem Spender traden. Hier mal ein Auszug aus den Regeln eines Brokers:

Bonusgeld wird da als „Kredit“ des Brokers an den Trader definiert. Dies ist wie ich finde eine gewöhnungsbedürftige Definition für Geld, was für eine erbrachte Leistung (Einzahlung, Werbung, Dienstleistung etc.) ausgelobt wurde. Einen Kredit muss man bekanntlich ja zurückzahlen.. allein das klingt im Zusammenhang mit Bonus schon abenteuerlich genug.

Aber der Broker ist ja großzügig und erlaubt, das Bonusgeld in richtiges auszahlbares Geld um zu wandeln.

Man beachte hier die Voraussetzungen:

Die Umwandlung von Bonusgeld in auszahlbares Geld ist möglich, wenn das Handelsvolumen den Anforderungen genügt. Bis zur Erfüllung dieser Anforderungen ist das als „Kredit“ erhaltene Geld nicht auszahlbar. Mit jedem Trade, den man eröffnet kann man den nicht auszahlbaren Betrag verringern. Und zwar genau um maximal 30 % des für den Handel anfallenden Spreads, Investitionen in Aktien sind um Bonusgeld frei zu traden ungeeignet, da hier keine Reduzierung des sogenannten NWA (Non-withdrawable Amount) erfolgt. Bei Indices, Öl, Gold und Silber liegen sogar nur bei 10 % des Spreads.

Im Klartext bedeutet dies bei einem Trade EUR/USD im x100 in Höhe von 10.000 Einheiten eine Umwandlung von Bonusgeld in Höhe von $ 0,90 in auszahlbares Guthaben.

Man kann sich gut ausrechnen, wie viele Trades man machen muss um einen Bonus von $ 100,00 auszahlen zu können.

Nun kommt aber das, was nicht so genau im „Kleingedruckten“ steht.

Aus eigener Erfahrung weiß ich zu berichten, dass realisierte Verluste vom auszahlbaren Kapital (eingezahlten Geld, realisierten Gewinnen oder frei gespieltem Geld) abgezogen werden - nicht etwa vom Bonusgeld. Wenn man nun mit einer oder mehreren Positionen daneben gelangt hat und mehr als das freigespielte Geld als Verlust realisiert hat, kommt man in die Situation, dass man selbst neu realisierte Gewinne nicht auszahlen kann, da man erst mal das verlorene Bonusgeld wieder als Gewinne realisieren muss.

Beispiel

Nicht auszahlbares Bonusgeld      $ 1.000,00 (als Blogger oder Evangelist zu erzielen)
Gewinne und eingezahltes Geld  $ 500,00
Verlust                                          $ 800,00

ergibt                                         - $ 300,00 auszahlbares Geld, bis man die $ 300,00 wieder als Gewinne realisiert hat oder eingezahlt hat.

So gesehen, befindet man sich in einer Zwangsjacke aus der es kein Entrinnen gibt oder man muss auf das Bonusgeld, für das man ja eigentlich Leistungen erbracht hat im Vorfeld – und sei es nur dadurch, dass man seinen Facebookaccount als Werbefläche für das Bonusgeld zur Verfügung gestellt hat, verzichten.

Nun – für mich fiel nach der Erkenntnis die Entscheidung leicht künftig auf solche Angebote zu verzichten.

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