Aus Datensicht bleibt im Rückblick auf
den heutigen Handelstag ein Blick auf die Dienstleistungs-PMI. Mit
Ausnahme von Spanien konnten die europäischen Werte durchaus
überzeugen. Das BIP der Eurozone lag genau bei den Erwartungen, die
Einzelhandelsumsätze in der Eurozone stiegen unerwartet stark an.
Die eigentlich guten Werte konnten den EUR/USD aber nicht in der
erwarteten Form stärken. Er pendelt zwischen 1,3708 und 1,3750. Hier
liegt der Fokus der Marktteilnehmer wohl schon auf der morgigen
Zinsentscheidung der EZB. Aus USA erreichten uns am frühen
Nachmittag eher enttäuschende ADP-Zahlen. Mit 139.000 wurde die
Erwartung von 159.000 neuen Stellen klar verfehlt, die
Einkaufsmanagerwerte konnten auch nur bedingt überzeugen. Hier
bleibt abzuwarten wie sich die NFP am Freitag präsentieren.
Nun zu den Daten des Donnerstags:
In der Nacht sind Trader die den
australischen Dollar bevorzugen gefragt, es werden die Handelsbilanz
und die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Nachdem die
Leistungsbilanz diese Woche bereits knapp unter den Erwartungen
geblieben ist, kann man auf den Warenteil des Außenhandels der in
der Handelsbilanz ausgewiesen wird gespannt sein. Eine ausreichende
Absicherung seiner Positionen kann hier nicht von Schaden sein.
Ansonsten könnte die Nacht zum
Donnerstag zum schlafen gemacht sein, wenn da nicht noch
FOMC-Mitglied Fisher um 01:00 Uhr eine Rede halten würde.
Der Vormittag bietet außer dem Warten
auf die Bank of England und die EZB nur wenig interessantes.
Zu erwähnen wäre aus Sicht des
britischen Pfunds der Halifax Hauspreis – und Immobilienpreisindex
um 09:00 Uhr. Dieser wird leicht rückläufig erwartet, sollten die
Werte besser als erwartet (+0,7% und +7,2%) ausfallen, könnte dies
das britische Pfund stärken, da der Immobilienmarkt eine wichtige
Rolle in der britischen Volkswirtschaft spielt.
Aus der Eurozone steht unter anderem
die griechische Arbeitslosenquote (zuletzt 28%), der
Einkaufsmanagerindex für den Einzelhandel (zuletzt 50,5) und einige
spanische Anleiheauktionen auf dem Plan. Alles im Wirtschaftskalender
mit nur einem Achtungszeichen bewertet, von daher kann man davon
ausgehen, dass die Märkte erst gegen Mittag aufwachen werden.
Wenn um 12:00 Uhr die deutschen
Arbeitsaufträge bekannt gegeben werden. Man rechnet mit einer
Steigerung um 0,7 % in den Auftragsbüchern. Sollte dies übertroffen
werden, könnte dies der erste Freudensprung der Euros am morgigen
Tage werden.
13:00 Uhr hat die Bank of England ihren
Auftritt im Schaulaufen der Notenbanken. Man geht von einem
unveränderten Zinssatz von 0,5 % aus. Hier könnte es aber durchaus
volatil werden, falls die Notenbanker eine Überraschung aus dem Hut
zaubern.
13:45 Uhr steht dann die EZB in den
Startlöchern. Es wurde bereits heiß diskutiert ob die EZB sich zu
einer weiteren Zinssenkung gezwungen sehen könnte, allerdings ist
die Frage wohin der ohnehin schon kaum noch vorhandene Leitzins
gesenkt werden sollte. Interessant könnten die sonstigen
geldpolitischen Maßnahmen der EZB werden. Auf jeden Fall sollte man
hier sehr vorsichtig in den Markt gehen oder bereits geöffnete
Positionen entweder sehr reichlich oder sehr knapp (je nach dem
eigenen Tradingstil) absichern. Kurssprünge von mehr als 150 Pip
sind hier nicht auszuschließen.
14:30 Uhr hat dann der große Meister
Mario Draghi seinen Auftritt bei der Pressekonferenz der EZB und wird
uns die Lage der Eurozone aus seiner Sicht präsentieren. Hier dürfte
die schwache Entwicklung der Verbraucher- und Erzeugerpreise sowie
die Bedenken was die Eintrübung des Aufschwungs auch durch die
Entwicklungen in der Ukraine eine wesentliche Rolle spielen. Wer die
Pressekonferenzen live verfolgen will – auf meiner OpenBook-Wall
werde ich rechtzeitig einen Link zu Pressekonferenz bereithalten.
Gleichzeitig mit der
EZB-Pressekonferenz erfahren wir die üblichen Werte aus USA für
Donnerstags – es geht um die Zahlen der Arbeitslosenhilfe, einen
weiteren Indiz für die Ergebnisse der morgigen NFP. Auch hier könnte
der Kurs des USD beeinflusst werden und in Verbindung mit der
EZB-Pressekonferenz zu heftigeren Ausschlägen neigen.
16:00 Uhr tritt Kanada noch auf die
Bühne des Marktgeschehens mit dem Ivey Produktions Erwerbs Manager
Index. Dieser Wert wird leicht rückläufig mit 54,0 nach 56,8 im
Vormonat erwartet. Der Wert gilt als leitender Indikator für die
Wirtschaftsentwicklung in Kanada und kann daher mit unter den
Erwartungen liegenden Werten negativ auf den kanadischen Dollar
wirken.
Ebenfalls um 16:00 Uhr stehen die
Werkaufträge der USA im Kalender. Hier geht es um die Auftragsbücher
der Produktionsbetriebe. Es wird mit sich abschwächenden Rückgang
vom 0,4 % nach -1,5 % zuvor gerechnet. Sollte sich diese Vermutung
nicht bestätigen und ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen sein,
sollte der USD unter Druck geraten.
Damit wären fast alle wichtigen
Termine des Tages erledigt – bis auf die „Gute-Nacht-Geschichte“
für die Freunde des AUD. Der Chef der Reserve Bank of Australia
Glenn Robert Stevens erklärt seine Sichtweise zum Zustand der
australischen Währung. Dies kann ähnlich wie bei der Draghi-Rede
für eine gewisse Volatilität im AUD sorgen.
Nun damit möchte ich meinen
Tagesausblick beenden und danke für die Aufmerksamkeit.






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