Mittwoch, 5. März 2014

Der Donnerstag lebt von Warten auf das Schaulaufen der BoE und EZB



Aus Datensicht bleibt im Rückblick auf den heutigen Handelstag ein Blick auf die Dienstleistungs-PMI. Mit Ausnahme von Spanien konnten die europäischen Werte durchaus überzeugen. Das BIP der Eurozone lag genau bei den Erwartungen, die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone stiegen unerwartet stark an. Die eigentlich guten Werte konnten den EUR/USD aber nicht in der erwarteten Form stärken. Er pendelt zwischen 1,3708 und 1,3750. Hier liegt der Fokus der Marktteilnehmer wohl schon auf der morgigen Zinsentscheidung der EZB. Aus USA erreichten uns am frühen Nachmittag eher enttäuschende ADP-Zahlen. Mit 139.000 wurde die Erwartung von 159.000 neuen Stellen klar verfehlt, die Einkaufsmanagerwerte konnten auch nur bedingt überzeugen. Hier bleibt abzuwarten wie sich die NFP am Freitag präsentieren.

Nun zu den Daten des Donnerstags:


In der Nacht sind Trader die den australischen Dollar bevorzugen gefragt, es werden die Handelsbilanz und die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Nachdem die Leistungsbilanz diese Woche bereits knapp unter den Erwartungen geblieben ist, kann man auf den Warenteil des Außenhandels der in der Handelsbilanz ausgewiesen wird gespannt sein. Eine ausreichende Absicherung seiner Positionen kann hier nicht von Schaden sein.

Ansonsten könnte die Nacht zum Donnerstag zum schlafen gemacht sein, wenn da nicht noch FOMC-Mitglied Fisher um 01:00 Uhr eine Rede halten würde.


Der Vormittag bietet außer dem Warten auf die Bank of England und die EZB nur wenig interessantes.

Zu erwähnen wäre aus Sicht des britischen Pfunds der Halifax Hauspreis – und Immobilienpreisindex um 09:00 Uhr. Dieser wird leicht rückläufig erwartet, sollten die Werte besser als erwartet (+0,7% und +7,2%) ausfallen, könnte dies das britische Pfund stärken, da der Immobilienmarkt eine wichtige Rolle in der britischen Volkswirtschaft spielt.

Aus der Eurozone steht unter anderem die griechische Arbeitslosenquote (zuletzt 28%), der Einkaufsmanagerindex für den Einzelhandel (zuletzt 50,5) und einige spanische Anleiheauktionen auf dem Plan. Alles im Wirtschaftskalender mit nur einem Achtungszeichen bewertet, von daher kann man davon ausgehen, dass die Märkte erst gegen Mittag aufwachen werden.

Wenn um 12:00 Uhr die deutschen Arbeitsaufträge bekannt gegeben werden. Man rechnet mit einer Steigerung um 0,7 % in den Auftragsbüchern. Sollte dies übertroffen werden, könnte dies der erste Freudensprung der Euros am morgigen Tage werden.

13:00 Uhr hat die Bank of England ihren Auftritt im Schaulaufen der Notenbanken. Man geht von einem unveränderten Zinssatz von 0,5 % aus. Hier könnte es aber durchaus volatil werden, falls die Notenbanker eine Überraschung aus dem Hut zaubern.


13:45 Uhr steht dann die EZB in den Startlöchern. Es wurde bereits heiß diskutiert ob die EZB sich zu einer weiteren Zinssenkung gezwungen sehen könnte, allerdings ist die Frage wohin der ohnehin schon kaum noch vorhandene Leitzins gesenkt werden sollte. Interessant könnten die sonstigen geldpolitischen Maßnahmen der EZB werden. Auf jeden Fall sollte man hier sehr vorsichtig in den Markt gehen oder bereits geöffnete Positionen entweder sehr reichlich oder sehr knapp (je nach dem eigenen Tradingstil) absichern. Kurssprünge von mehr als 150 Pip sind hier nicht auszuschließen.

14:30 Uhr hat dann der große Meister Mario Draghi seinen Auftritt bei der Pressekonferenz der EZB und wird uns die Lage der Eurozone aus seiner Sicht präsentieren. Hier dürfte die schwache Entwicklung der Verbraucher- und Erzeugerpreise sowie die Bedenken was die Eintrübung des Aufschwungs auch durch die Entwicklungen in der Ukraine eine wesentliche Rolle spielen. Wer die Pressekonferenzen live verfolgen will – auf meiner OpenBook-Wall werde ich rechtzeitig einen Link zu Pressekonferenz bereithalten.

Gleichzeitig mit der EZB-Pressekonferenz erfahren wir die üblichen Werte aus USA für Donnerstags – es geht um die Zahlen der Arbeitslosenhilfe, einen weiteren Indiz für die Ergebnisse der morgigen NFP. Auch hier könnte der Kurs des USD beeinflusst werden und in Verbindung mit der EZB-Pressekonferenz zu heftigeren Ausschlägen neigen.

16:00 Uhr tritt Kanada noch auf die Bühne des Marktgeschehens mit dem Ivey Produktions Erwerbs Manager Index. Dieser Wert wird leicht rückläufig mit 54,0 nach 56,8 im Vormonat erwartet. Der Wert gilt als leitender Indikator für die Wirtschaftsentwicklung in Kanada und kann daher mit unter den Erwartungen liegenden Werten negativ auf den kanadischen Dollar wirken.

Ebenfalls um 16:00 Uhr stehen die Werkaufträge der USA im Kalender. Hier geht es um die Auftragsbücher der Produktionsbetriebe. Es wird mit sich abschwächenden Rückgang vom 0,4 % nach -1,5 % zuvor gerechnet. Sollte sich diese Vermutung nicht bestätigen und ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen sein, sollte der USD unter Druck geraten.

Damit wären fast alle wichtigen Termine des Tages erledigt – bis auf die „Gute-Nacht-Geschichte“ für die Freunde des AUD. Der Chef der Reserve Bank of Australia Glenn Robert Stevens erklärt seine Sichtweise zum Zustand der australischen Währung. Dies kann ähnlich wie bei der Draghi-Rede für eine gewisse Volatilität im AUD sorgen.

Nun damit möchte ich meinen Tagesausblick beenden und danke für die Aufmerksamkeit.


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