Sonntag, 9. März 2014

Start in die neue Handelswoche





Auch wenn nur in Ausnahmefällen (auf dem stillen Örtchen) ein Blick zurück unerlässlich ist, möchte ich den Ausblick auf die neue Woche mit einem kurzen Rückblick aufs Wochenende beginnen.

Die alte Woche stand bereits stark im Zeichen des Krimkonflikts – es bleibt zu vermuten, dass die neue Woche nicht weniger vom politischen und wirtschaftlichen Säbelrasseln der Regierenden aus Ost und West beeinflusst wird. Manche Äußerungen der Politiker lassen nicht gutes für die Weltwirtschaft vermuten, wenn man von Sanktionen und Gegenmaßnahmen liest. Neben den Verwerfungen in der Weltwirtschaft bleibt allerdings meiner Meinung nach viel mehr offen was mit den Menschen geschieht um deren Heimat derzeit zwischen prorussischen und prowestlichen Kräften gestritten wird. Allein aus diesen Gründen sollten wir in der neuen Woche sehr vorsichtig an den Märkten agieren.

Ein weiterer Grund der zur Vorsicht mahnt sind die Zahlen, die am Wochenende aus China gemeldet wurden. Eine erschreckend schwache Handelsbilanz und stark rückläufige Verbraucher- und Erzeugerpreise. Nun die Handelsbilanz Chinas, die für den Februar ein gewaltiges Defizit ausweist sollte man unter dem Aspekt der chinesischen Neujahrsfestes mit etwas anderen Augen nicht ganz so negativ bewerten. Betrachtet man nämlich die Handelsbilanzen der letzten Jahre ist immer in dem Monat des Neujahrsfestes ein gewaltiger Knick in der sonst aufsteigenden Linie zu erkennen. Wenn man bedenkt, dass China fast eine ganze Woche Produktion, Handel und Wirtschaft wegen der Feierlichkeiten ruhen lässt, viele Arbeiter zu ihren Familien nach Hause fahren und jede Menge Geschenke (teilweise auch importierte Güter) im Gepäck haben erklärt sich der Rückgang der Exporte genauso wie der Anstieg der Importe. Allerdings scheint dieses Mal der Knick deutlicher als in anderen Jahren. Die Preisentwicklung in China ist ähnlich wie in der Eurozone nicht gerade auf einem guten Weg sondern blieb hinter den Erwartungen zurück. Auch hier könnte es also zu Handelsbeginn – der wegen der Sommerzeitumstellung in den USA eine Stunde später ist als üblich zu Marktbewegungen kommen.

Blicken wir nun auf den Kalender des ersten Handelstages – und finden bereits in der Nacht eines der wenigen Highlights des Tages.

Japan gibt um 00:50 Uhr seine Bruttoinlandsprodukt, den BIP Preisindex und seine Leistungsbilanz bekannt.

Betrachten wir zunächst das BIP, hier erwartet man zur letzten Lesung unveränderte Zuwachsraten von 0,3 % im Quartal und 1,0 % im Jahr. Sollte sich hier ein schwächeres Wachstum als erwartet ergeben, könnte die den Yen unter Druck bringen.

Der BIP Preisindex gilt als Schlüsselwert für die zu erwartenden Inflationsrate im Land, da er alle im BIP enthaltenen Waren bewertet liegt bei -0,4 % und somit genauso sie im Vormonat auf Deflationskurs. Sollte sich hier ein besserer Wert ergeben, könnte dies ein bullisches Signal für den Yen bedeuten.

In der japanischen Leistungsbilanz die alle Waren und Geldströme des japanischen Außenhandels bewertet rechnet man saisonbereinigt mit einem Defizit von 0,59 Trillions Yen – zum Vergleich im Vormonat lag des Defizit bei nur 0,20 Trillions Yen.

Als letzte Kennzahl aus Japan wird um 06:00 Uhr noch der Economy Watchers Current Index veröffentlicht. Hier werden circa 2.000 Arbeitnehmer zu ihren persönlichen Einschätzungen in die wirtschaftliche Lage und zu ihren Konsumabsichten befragt. Werte über 50 in diesem Index gelten als grundsätzlich positive Einschätzung der Lage. Man rechnet mit einem leicht schwächeren Wert als im Vormonat (54,3 nach 54,7). Sollte die Stimmung besser ausfallen als erwartet würde dies den Yen stärken.

Im Laufe des Vormittags werden einige eher unbedeutende Zahlen aus Europa gemeldet. Beachtenswert meiner Meinung nach:

08:45 Uhr Industrieproduktion Frankreich – hier erwartet man gegenüber dem Vormonat eine Steigerung um 0,2 %. Sollte die Erwartung übertroffen werden könnte dies den Euro stärken.


09:00 Uhr Verbraucherpreisindex Spanien – hier erwartet man einen leichten Rückgang von
0,1 %. Sollte ein stärkerer Rückgang gemeldet werden dürfte dies den Euro belasten.

09:15 Uhr Einzelhandelsumsatz Schweiz – hier erwartet man einen Anstieg von 3,3 % auf Jahressicht (zum Vergleich in der letzten Lesung noch 2,3 %). Sollte hier die Erwartung nicht erfüllt werden könnte der schweizer Franken und Druck geraten.


10:00 Uhr Industrieproduktion Italien – hier rechnet man mit einem Zuwachs von 0,4 % auf Monatssicht und im Jahresvergleich mit unverändert -0,7 %. Sollten die Erwartungen hier übertroffen werden könnte dies den Euro stützen.

 10:30 Uhr Sentix Investorenvertrauen Eurozone – hier geht an von einem Anstieg auf 14,0 nach 13,3 aus. Sollten die Großanleger und Analysten die Wirtschaftsalge der Eurozone weniger positiv beurteilen könnte der Euro unter Druck geraten.

Alle weiteren Daten aus Europa und dem Rest der Welt sind hier zu finden.

Einziger nennenswerter Termin des Nachmittags ist meiner Meinung kommt meiner Meinung nach aus Kanada. Um 13:15 Uhr erfahren wir wie es um den Immobilienmarkt und Bausektor in Kanada bestellt ist. Es geht um die Beginne von Wohnungsbauten. Man rechnet mit 185.000 Baubeginnen nach 180.200 im Vormonat. Sollte diese Erwartung übertroffen werden, wäre dies ein gutes Zeichen für den kanadischen Dollar.

Damit möchte ich meinen Tagesausblick beenden und danke für die Aufmerksamkeit. In Anbetracht der nach wie vor unsicheren Lage auf der Krim sollten wir ein wachsames Auge auf die Nachrichtenlage haben und unsere offenen Positionen großzügig absichern.



Donnerstag, 6. März 2014

Der letzte Handelstag der Woche beginnt erst am frühen Morgen






Nach einem doch etwas turbulenten Handelstag durch die Entscheidungen der BoE und EZB blicken wir kurz zurück auf die Daten:

In der Nacht erfreuliches aus Australien, die Handelsbilanz und die Einzelhandelsumsätze überzeugten mit guten Werten. Die französische Arbeitslosenquote überraschte mit einem deutlichen Rückgang (hier könnte die beginnende Frühjahrsbelebung eher den Ausschlag gegeben haben als eine grundlegende Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Landes), Spanien konnte sich zu günstigeren Zinssätzen mit frischem Geld versorgen als noch zuletzt. Sehr erfreulich der Zuwachs in den deutschen Auftragsbücher des produzierenden Gewerbes (+1,2% nach erwarteten +0,7% gaben dem Euro den ersten Schub des Tages nach oben). Die Zentralbanken haben wie erwartet entschieden, dennoch reagierte der Euro mit einem deutlichen Ruck nach oben und greift nach Zielen oberhalb der 1,3850. Das britische Pfund hält sich hingegen knapp über dem Vortagesniveau. Erfreulich stabil präsentierte sich der US-Arbeitsmarkt mit seinen Zahlen der Arbeitslosenhilfe. Sowohl die Erstanträge als auch die Folgeanträge lagen unter den Erwartungen was für eine langsame Erholung nach dem strengen Winter in USA spricht. Enttäuschend hingegen die Werkaufträge in USA. Der erwartete Rückgang von nur 0,4 % konnte nicht erreicht werden, es wurden -0,7%. Kanadas Einkaufsmangerindex überzeugte mit 57,2 nach erwarteten 54,0. Wie stark der Winter die USA diesmal getroffen hat kann man unter anderem der Veränderung der Gaslagerbestände entnehmen -152B nach erwarteten -138B. Wir können demnach was den USD angeht bereits heute auf die NFP von morgen und auf die FOMC-Sitzung in knapp zwei Wochen gespannt sein.

Nun blicken wir auf die Ereignisse, auf die wir uns morgen vorbereiten sollten:

Die Nacht ist wie bereits eingangs beschrieben eher arm an Daten.

Um 06:00 Uhr veröffentlicht Japan seinen Leitindex. In diesem Index werden zwölf verschiedene Wirtschaftsindikatoren des Landes gemeinsam ausgewertet – von daher sollte man diesen Wert als sehr wichtig einstufen. Man rechnet mit einem Anstieg auf 112,4 nach zuvor 111,7. Wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, sollte dies den Yen negativ beeinflussen.

07:45 Uhr gibt die Schweiz ihre Arbeitslosenquote bekannt. Man geht von unveränderten Werten (3,2% saisonbereinigt und 3,5% nicht bereinigt) aus. Sollte hier eine höhere Quote gemeldet werden könnte sich der schweizer Franken negativ entwickeln. Weitere Daten aus der Schweiz folgen um 09:15 Uhr. Es geht um den Verbraucherpreisindex und die Industrieaufträge.Für die Verbraucherpreise rechnet man mit einem Anstieg von 1,0 %, die Industrieaufträge sollen nach dem Rückgang um 2,3 % im Vormonat um 1,0 % steigen. Auch hier sollten wir mit einer Schwäche des schweizer Franken rechnen, wenn die Marken nicht erreicht werden sollten.

Für die Eurozone stehen als wichtigster Wert die Industrieproduktion Deutschlands um 12:00 Uhr im Kalender. Man erwartet einen Zuwachs von 0,7 %. Sollte hier genau wie bei den Werkaufträgen am heutigen Tag die Marke überboten werden, könnte der nächste Freudensprung des Euros zu erwarten sein.

Nach den deutschen Zahlen können wir uns in aller Ruhe auf das Ereignis des Tages – die NFP – vorbereiten.

14:30 Uhr – Die NonFarmPayrolls werden über uns hinwegfegen. Meist ein hochvolatile Angelegenheit. Allen Neulingen, die diesen Beitrag lesen und nicht wissen um was es bei den NFP geht - hier – sind Hintergrundinformationen zu dieser Kennzahl zu finden. Es ist mit Kurssprüngen von mehr als 100 Pip zu rechnen – je nach Inhalt des Arbeitsmarktberichtes. Man rechnet mit 150.000 neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 6,6% (die Zielmarke der Fed von unter 6,5 % ist also in greifbarer Nähe, was die Ängste der Märkte vor einem schnelleren Ausstieg aus QE3 beflügeln könnte). Da insbesondere der Webtrader immer wieder auf hohe Volatilität mit unerwarteten Aussetzer reagiert, sei jedem empfohlen sehr vorsichtig am Markt platziert zu sein, großzügige Absicherung zu wählen und vor allem jeden Ausfall!!! mit Screenshot zu belegen und umgehend Verluste bei eToro geltend zu machen.

Neben den NFP steht diesmal noch eine wichtige Kennzahl aus USA auf dem Programm – die Handelsbilanz. Hier wird der gesamte Warenstrom im Außenhandel bewertet. Man rechnet mit einem Handelsbilanzdefizit von 39,00 Billions USD ( 39 Milliarden nach unserer Lesart). Sollte hier ein größeres Loch in der Bilanz klaffen, wäre dies kein gutes Zeichen für den USD.

Zeitgleich mit den USA werden die Arbeitslosenquote Kanadas und die kanadische Handelsbilanz veröffentlicht. Kanadas Arbeitslosenquote soll unverändert bei 7,0 % liegen. Bei einer niedrigen Quote sollte der kanadische Dollar gestärkt werden. In der Handelsbilanz rechnet man mit einem Defizit von 1,0 Billion CAD), Hier sollte ein geringeres Defizit stützend auf CAD wirken.

Den Handelstag aus der Sicht des Wirtschaftskalenders beendet eine Rede von FOMC-Mitglied Dudley. Hier könnte es nochmal volatil werden.









Zum Abschluss dieses Überblick noch ein paar Gedanken zu den Overweekendhäkchen bei eToro:

Bisher war es bekanntlich so, dass wir jede Woche unsere Häkchen setzen mussten und prüfen sollten ob diese auch alle gesetzt sind, damit wir keine Positionen unbeabsichtigt bei Handelsschluss verlieren.

Diese Woche hat eToro seinen Systeme geändert. Zumindest bei kleinen Hebeln wird der Haken nun automatisch!!! gesetzt. Dies bedeutet für uns auf der einen Seite weniger Arbeit, auf der anderen Seite sollten wir insbesondere bei der am nächsten Freitag geltenden neuen Gebührenstaffel uns durchaus überlegen ob es sich lohnt einen Trade, der vielleicht kurz vor oder über der Gewinnschwelle liegt übers Wochenende zu teilweise bis zu 350% erhöhten Gebühren und dem Kursrisiko der neuen Handelswoche zu halten. Manchmal kann ein kleiner Verlust billiger sein als die hohen Gebühren.

Ich danke für die Aufmerksamkeit und wünsche einen erfolgreichen Wochenabsschluß



Mittwoch, 5. März 2014

Der Donnerstag lebt von Warten auf das Schaulaufen der BoE und EZB



Aus Datensicht bleibt im Rückblick auf den heutigen Handelstag ein Blick auf die Dienstleistungs-PMI. Mit Ausnahme von Spanien konnten die europäischen Werte durchaus überzeugen. Das BIP der Eurozone lag genau bei den Erwartungen, die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone stiegen unerwartet stark an. Die eigentlich guten Werte konnten den EUR/USD aber nicht in der erwarteten Form stärken. Er pendelt zwischen 1,3708 und 1,3750. Hier liegt der Fokus der Marktteilnehmer wohl schon auf der morgigen Zinsentscheidung der EZB. Aus USA erreichten uns am frühen Nachmittag eher enttäuschende ADP-Zahlen. Mit 139.000 wurde die Erwartung von 159.000 neuen Stellen klar verfehlt, die Einkaufsmanagerwerte konnten auch nur bedingt überzeugen. Hier bleibt abzuwarten wie sich die NFP am Freitag präsentieren.

Nun zu den Daten des Donnerstags:


In der Nacht sind Trader die den australischen Dollar bevorzugen gefragt, es werden die Handelsbilanz und die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Nachdem die Leistungsbilanz diese Woche bereits knapp unter den Erwartungen geblieben ist, kann man auf den Warenteil des Außenhandels der in der Handelsbilanz ausgewiesen wird gespannt sein. Eine ausreichende Absicherung seiner Positionen kann hier nicht von Schaden sein.

Ansonsten könnte die Nacht zum Donnerstag zum schlafen gemacht sein, wenn da nicht noch FOMC-Mitglied Fisher um 01:00 Uhr eine Rede halten würde.


Der Vormittag bietet außer dem Warten auf die Bank of England und die EZB nur wenig interessantes.

Zu erwähnen wäre aus Sicht des britischen Pfunds der Halifax Hauspreis – und Immobilienpreisindex um 09:00 Uhr. Dieser wird leicht rückläufig erwartet, sollten die Werte besser als erwartet (+0,7% und +7,2%) ausfallen, könnte dies das britische Pfund stärken, da der Immobilienmarkt eine wichtige Rolle in der britischen Volkswirtschaft spielt.

Aus der Eurozone steht unter anderem die griechische Arbeitslosenquote (zuletzt 28%), der Einkaufsmanagerindex für den Einzelhandel (zuletzt 50,5) und einige spanische Anleiheauktionen auf dem Plan. Alles im Wirtschaftskalender mit nur einem Achtungszeichen bewertet, von daher kann man davon ausgehen, dass die Märkte erst gegen Mittag aufwachen werden.

Wenn um 12:00 Uhr die deutschen Arbeitsaufträge bekannt gegeben werden. Man rechnet mit einer Steigerung um 0,7 % in den Auftragsbüchern. Sollte dies übertroffen werden, könnte dies der erste Freudensprung der Euros am morgigen Tage werden.

13:00 Uhr hat die Bank of England ihren Auftritt im Schaulaufen der Notenbanken. Man geht von einem unveränderten Zinssatz von 0,5 % aus. Hier könnte es aber durchaus volatil werden, falls die Notenbanker eine Überraschung aus dem Hut zaubern.


13:45 Uhr steht dann die EZB in den Startlöchern. Es wurde bereits heiß diskutiert ob die EZB sich zu einer weiteren Zinssenkung gezwungen sehen könnte, allerdings ist die Frage wohin der ohnehin schon kaum noch vorhandene Leitzins gesenkt werden sollte. Interessant könnten die sonstigen geldpolitischen Maßnahmen der EZB werden. Auf jeden Fall sollte man hier sehr vorsichtig in den Markt gehen oder bereits geöffnete Positionen entweder sehr reichlich oder sehr knapp (je nach dem eigenen Tradingstil) absichern. Kurssprünge von mehr als 150 Pip sind hier nicht auszuschließen.

14:30 Uhr hat dann der große Meister Mario Draghi seinen Auftritt bei der Pressekonferenz der EZB und wird uns die Lage der Eurozone aus seiner Sicht präsentieren. Hier dürfte die schwache Entwicklung der Verbraucher- und Erzeugerpreise sowie die Bedenken was die Eintrübung des Aufschwungs auch durch die Entwicklungen in der Ukraine eine wesentliche Rolle spielen. Wer die Pressekonferenzen live verfolgen will – auf meiner OpenBook-Wall werde ich rechtzeitig einen Link zu Pressekonferenz bereithalten.

Gleichzeitig mit der EZB-Pressekonferenz erfahren wir die üblichen Werte aus USA für Donnerstags – es geht um die Zahlen der Arbeitslosenhilfe, einen weiteren Indiz für die Ergebnisse der morgigen NFP. Auch hier könnte der Kurs des USD beeinflusst werden und in Verbindung mit der EZB-Pressekonferenz zu heftigeren Ausschlägen neigen.

16:00 Uhr tritt Kanada noch auf die Bühne des Marktgeschehens mit dem Ivey Produktions Erwerbs Manager Index. Dieser Wert wird leicht rückläufig mit 54,0 nach 56,8 im Vormonat erwartet. Der Wert gilt als leitender Indikator für die Wirtschaftsentwicklung in Kanada und kann daher mit unter den Erwartungen liegenden Werten negativ auf den kanadischen Dollar wirken.

Ebenfalls um 16:00 Uhr stehen die Werkaufträge der USA im Kalender. Hier geht es um die Auftragsbücher der Produktionsbetriebe. Es wird mit sich abschwächenden Rückgang vom 0,4 % nach -1,5 % zuvor gerechnet. Sollte sich diese Vermutung nicht bestätigen und ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen sein, sollte der USD unter Druck geraten.

Damit wären fast alle wichtigen Termine des Tages erledigt – bis auf die „Gute-Nacht-Geschichte“ für die Freunde des AUD. Der Chef der Reserve Bank of Australia Glenn Robert Stevens erklärt seine Sichtweise zum Zustand der australischen Währung. Dies kann ähnlich wie bei der Draghi-Rede für eine gewisse Volatilität im AUD sorgen.

Nun damit möchte ich meinen Tagesausblick beenden und danke für die Aufmerksamkeit.


Dienstag, 4. März 2014

Der Nachmittag steht im Zeichen der USA und Kanadas




Bereits zu unserer Mittagszeit erfahren wir wie es um die Hypothekengenehmigungen in USA steht. Die Kennzahl hilft die Entwicklung am Immobilienmarkt zu beurteilen und gibt somit auch Auskunft über die Wachstumsprognosen der Wirtschaft.

Um 14:15 Uhr steht dann die Bekanntgabe der ADP-Arbeitsmarktdaten, die man auch den kleinen Bruder der NFP nennt, im Kalender. Die ADP-Daten werden anhand von Gehaltslisten von rund 400.000 Geschäftskunden in USA erstellt und sind daher etwas ungenauer als die am Freitag anstehenden NFP, die von staatlichen Stellen erhoben werden. Man rechnet mit 160.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Sollte dies übertroffen werden, könnte dies den Dollar stärken.

Um 14:58 Uhr erfahren wir wie die Stimmung unter den Einkäufern im Dienstleistungssektor der USA ist. Man rechnet mit einem Rückgang von 54,0 auf 53,5. Sollte der Index stärker einbrechen sollte dies den USD belasten.

Die Freunde des kanadischen Dollars sollten um 16:00 Uhr die Augen und Ohren offen halten und die Finger geschmeidig. Es ist der nächste Zentralbankschaulauf angesagt. Die BoC (Bank o Canada) gibt ihre Zinsentscheidung bekannt. Man geht derzeit von einem unveränderten Zinssatz von 1 % aus. Sollte es hier wider Erwarten Änderungen geben könnte es im CAD recht hektisch werden, von daher sollte man seine Absicherungen mit Bedacht und rechtzeitig wählen.

Die Energie Informationsadministration (EIA) gibt um 16:30 Uhr die Lagerbestände von Öl, Benzin und Destillaten bekannt. Anders als die Daten der API sind die von der EIA staatlich ermittelt und umfassender. Wer im schwarzen Gold investiert ist sollte hier aufmerksam sein. Unerwartete Schwankungen in den Lagerbeständen zum einen durch den langen strengen Winter in USA oder durch sonstige Krisen könnten durchaus zu stärkeren Kursschwankungen an den Märkten sorgen.

Den Handelstag aus US-Sicht beendet das Beige Book um 20:00 Uhr. Hier handelt es sich um einen umfassenden Wirtschaftsbericht, der von allen Fed-Zweigstellen gemeinsam zwei Wochen vor der nächsten FOMC-Sitzung herausgegeben wird. Vom Inhalt des Beige Book werden die Marktteilnehmer vermutlich auf die nächsten Entscheidungen der FOMC's spekulieren und es könnte Bewegung in die Märkte kommen. Von daher ist Vorsicht angebracht.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und wünsche allen einen erfolgreichen Handelsverlauf – ohne technische Störungen.

Was erwartet uns am Mittwoch?







Nachdem der zweite Handelstag von wenigen Daten geprägt war, die RBA das Schaulaufen der Notenbanken unspektakulär gestartet hatte konnten die Marktteilnehmer die Entspannung an der Krim nutzen um einige Verluste in den Indizes wieder auszugleichen. Meine „Lieblingswährung“ der Euro konnte sich auch am frühen Morgen gut stabilisieren, gab aber im Tagesverlauf wieder einiges des gewonnenen Bodens wieder preis. Hier scheint nun schon alles mit mehr oder weniger bangen Blicken auf die EZB-Entscheidung am Donnerstag zu warten.

Blicken wir nun auf den Wirtschaftskalender für den Mittwoch.

Ähnlich wie der Montag steht die Wochenmitte unter dem Zeichen der Einkaufsmanager. Nachdem am Montag die Einkäufer des produzierenden Gewerbes ihre Einschätzungen zur Wirtschaftsentwicklung verraten haben, steht der Mittwoch unter dem Zeichen des Dienstleistungssektors.

Bevor China den Anfang mit diesem Reigen macht, steht Australien im Fokus des Interesses.

Um 01:30 Uhr wird das australische BIP bekannt gegeben. In der Jahressichtweise rechnet man mit einem Wachstum von 2,5 %, im Quartalsvergleich von 0,7 %. Sollten diese Werte überboten werden, sollte dies dem australischen Dollar Auftrieb geben.

Um 02:45 Uhr kommt der chinesische Dienstleistungs-PMI heraus. Dieser wird als nicht ganz so wichtig wie der Herstellungs-PMI angesehen, da die chinesische Volkswirtschaft eher produktionsorientiert aufgestellt ist. Dennoch können auch hiervon Signale für die gesamte Weltwirtschaft ausgehen und für Unruhe an den Märkten sorgen.


Die nächsten wichtigen Daten kommen dann ab 09:00 Uhr aus Europa.

Beginnen wir mit Ungarn, hier erfahren wir um 09:00 Uhr wie sich das ungarische Bruttoinlandsprodukt und der Einzelhandel des Landes entwickelt hat. Für das BIP gibt es keine Prognose, im Einzelhandel rechnet man mit leichten Umsatzzuwächsen.

Spanien beginnt um 09:13 Uhr aus europäischer Sicht mit dem Tanz des Dienstleistungs-PMI.


Danach geht es fast im 5-Minuten-Takt (pünktlicher als mancher Linienbus).

Italien um 09:43 Uhr, Frankreich um 09:48 Uhr, Deutschland um 09:53 Uhr,
Eurozone um 09:58 Uhr, Großbritannien um 10:28 Uhr bildet das Schlusslicht im PMI aus europäischer Sicht.

Bei den Werten geht man mit Ausnahme von Italien (hier erwartet man einen leichten Anstieg) und Großbritannien (hier erwartet man einen leichten Rückgang) von unveränderten Werten aus. Sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden, wäre dies für die jeweiligen Währungen kein gutes Signal.

Weitere wichtige Wirtschaftsdaten kommen dann um 11:00 Uhr für die Eurozone heraus.



Den Anfang macht das Eurozonen-BIP. Hier erwartet man auf Quartalssicht ein Wachstum von 0,3 % und auf Jahressicht 0,5 %. Sollte dies überboten werden könnte der Euro gestärkt werden.

Zeitgleich kommen noch die Einzelhandelsumsätze heraus. Im Monatsvergleich erwartet man einen Anstieg um 0,8 % und im Jahresvergleich einen Rückgang um 0,4 %. Sollten hier die Erwartungen nicht erfüllt werden – wäre dies kein gutes Zeichen für den Euro.

Interessant könnte es werden, wenn beide Kennzahlenbereiche unterschiedliche Signale senden – und der Euro kurzfristig eine Achterbahnfahrt unternehmen.

Hiermit möchte ich den ersten Teil des Tagesüberblicks beenden, zuvor aber für die Trader von eToro noch auf eine Neuerung hinweisen.

Mal wieder ohne Ankündigung wurde eine „kleine Änderung“ am Webtrader vorgenommen.






Bisher musste man bekanntlich für jeden Trade den man übers Wochenende halten wollte, das OW-Häkchen setzen. Diese Arbeit wird uns nun zumindest bei den kleinen Hebeln vom System abgenommen ;-) . An und für sich eine feine Sache, wenn da nicht ab dem nächsten Wochenende die drastische Gebührenerhöhung umgesetzt werden würde. Da die Gebühren teilweise um 350 % steigen (kein Schreibfehler sondern Tatsache, die mit gestiegenen Kosten bei der Liquiditätsbeschaffung von eToro begründet wird) sollte man sich Freitags doch seine offenen Positionen gegen Ende des Handelstages genauer ansehen – ob es nicht kostengünstiger wäre die Position mit einem Miniverlust oder an der Gewinnschwelle zu schließen als die hohen Gebühren mit ungewisser Kursentwicklung in der nächsten Woche in Kauf zu nehmen.

Montag, 3. März 2014

Das Schaulaufen der Notenbanken beginnt





Heute Nacht beginnt das Schaulaufen der großen Notenbanken.

Die RBA (Reserve Bank of Australia) macht um 04:30 Uhr den Anfang. Derzeit geht man von einem unveränderten Zinssatz von 2,5% aus. Im Anschluss daran erfahren wir in der Zinssatzaussage mehr zu den Hintergründen der Entscheidung und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Wer im AUD investiert ist, sollte hier aufmerksam sein und entweder auf die Nachtruhe verzichten oder eine ausreichende Absicherung seiner Positionen vornehmen. Einen weiteren interessanten Einblick in die Wirtschaft Australiens erhalten wir allerdings schon um 01:30 Uhr. Es wird uns die Leistungsbilanz vorgestellt und ein Einblick in die zu erwartende Auslastung des Baugewerbes gegeben. Auch hier können bei unter den Erwartungen liegenden Werte durchaus Kursveränderung im AUD nach unten entstehen.

Japan ist in der kommenden Nacht mit seinem Durchschnittsverdienst, bei dem eine rückläufige Steigerung von nur noch 0,3% nach zuvor 0,5% erwartet wird und eine Anleiheauktion in Kalender vertreten. Investoren, die im Yen gebunden sind – sollten auch hier aufmerksam das Marktgeschehen beobachten, zumal die Unsicherheiten in der Ukraine durchaus den Yen zum sicheren Hafen machen könnten.

Aus europäischer Sicht wird am zweiten Handelstag der Woche wenig an Daten geboten.

Zu erwähnen wären:

Die spanische Arbeitsmarktentwicklung, die wir für 09:00 Uhr erwarten. Hier rechnet mit mit 72.400 neuen Stellen


Der Baueinkaufsmanager aus Großbritannien um 10:30 Uhr. Hier erwartet man einen Rückgang in der Beurteilung der Stimmung auf 63,0 Punkte (alles größer 50 gilt aber immer noch als positive Einschätzung)



Der Erzeugerpreisindex der Eurozone um 11:00 Uhr. Die Erzeugerpreise in der Eurozone sollen den Prognosen nach weiter im Sinkflug sein. Man erwartet auf Jahressicht -1,3 % und im Monatsvergleich -0,1 %.

In allen drei Fällen aus Europa müssen wir damit rechnen, dass unter den Erwartungen liegende Werte die jeweilige Währung zusätzlich zu den Unwägbarkeiten aus der Urkaine belasten können.

Der Nachmittag bietet einige Zahlen aus USA.


Den Anfang macht der Umsatz der Handelsketten um 13:45 Uhr, gefolgt von der wöchentlichen Bekanntgabe des RedBook um 14:55 Uhr. Die Entwicklung des Einzelhandels spielt für die Gesamtwirtschaft der USA eine bedeutende Rolle, von daher sollten alle die im USD investiert sind diese Termine beachten.

Um 15:45 Und 16:00 Uhr erhalten wir weitere Einblicke in die US-Wirtschaft. Es geht um den NAPM New York – bei diesem Wert wird die Geschäftslage in der Region New York untersucht und zu diesem Zweck eine Umfrage bei den Unternehmen vorgenommen. Eine Prognose für diesen Wert gibt es leider nicht, also müssen wir um die Marktwirkung einschätzen zu können den Wert des Vormonats von 622,5 im Auge behalten. Sollte ein Wert kleiner als im Vormonat gemeldet werden, könnte dies den USD belasten. Der zweite Wert ist der IBD/TIPP Wirtschaftsoptimismus, hier geht es um eine Umfrage von 900 Verbrauchern. Der IBD/TIPP gilt als Frühindikator für die zu erwartende Konsumbereitschaft der Bevölkerung. Werte über den erwartenden 45,6 sollten positiv auf den USD wirken.

Den Abschluss des Handelstages bildet der wöchentliche Lagerhaltungsbericht der API (American Petroleum Institute) für den Bereich Rohöl, Benzin und Destillat. Händler, die in Rohöl investiert haben sollten hier aufmerksam sein. Unerwartete Veränderungen der Lagerbestände können durchaus zu Kursveränderungen führen – eine ausreichende Absicherung sollte hier vor unerwarteten Verlusten schützen.

Damit möchte ich meinen Überblick über den zweiten Handelstag der Woche beenden und darauf verweisen, dass ich gern in meinem FB-Account Nessi Forex oder im eToro OpenBook als nessi508 für Diskussionen über die Nachrichten zur Verfügung stehe.

Sonntag, 2. März 2014

Start in den neuen Handelsmonat







Die erste Märzwoche ist reichlich mit bedeutenden Daten aus dem Wirtschaftskalender versehen. Auf diese wichtigen Daten werde ich ab sofort wieder täglich hier in meinem Blog näher eingehen.

Neben den Ereignissen des Wirtschaftskalenders sollten wir diese Woche ein besonderes Augenmerk auf die Ereignisse in der Ukraine legen. Namhafte Ökonomen befürchten hier – für den Fall, dass die Situation dort eskaliert – weitreichende Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft und insbesondere der Eurozone. Hier verweist man auf die Abhängigkeit der Eurozone von den russischen Gaslieferungen die durch das Staatsgebiet der Ukraine erfolgen. Es könnte als allein durch die dortigen Ereignisse eine hochvolatile Woche werden.

Diejenigen unter uns, die ausschließlich in Währungen, Indizes und Gold investiert sind, werden wohl je nach Reaktionsgeschwindigkeit ihres Brokers und ihres Rechners sinnvollerweise eine reichlichere Absicherung der Positionen einplanen müssen.

Nun blicken wir auf den Kalender für den 03.03.2014

Der Tag steht stark unter dem Motto Einkaufsmangerindex – wer bietet mehr?

Bereits in der Nacht kommt dieser Wert aus China, im Laufe des Vormittags folgen dann fast im 15-Minuten-Takt die Staaten Europas. (genaue Zeiten sind hier zu entnehmen) Generell muss man den PMI als einen der wichtigsten Frühindikatoren einstufen. Die Stimmung unter den Einkäufer der Wirtschaft – sei es des Produktions- oder des Dienstleistungssektors – ist ein sehr guter Anhaltspunkt für die Eintrübung des Wirtschaftswachstums oder einen beginnenden Aufschwungs. Naturbedingt wird in diesem Bereich eine Veränderung in den Produktionsmengen durch gestiegenen Bedarf als erstes spürbar. Umgekehrt wird eine nachlassenden Nachfrage auch hier sehr schnell zu nachlassenden Bestellungen führen und dies werden die Chefeinkäufer in ihrer Beurteilung der Lage zum Ausdruck bringen. Als Auswirkung auf die jeweilige Währung kann man annehmen, dass über den Erwartungen liegende Werte positive Signale senden werden.


Neben dem wichtigen Einkaufsmanagerindex werden aus der Türkei noch der Verbraucher- und Erzeugerpreisindex gemeldet. Wer also mit der türkischen Lira handelt sollte hier aufmerksam sein. Für die Eurozone steht die spanische Haushaltskonsolidierung und die Arbeitslosenquote aus Österreich im Fokus. Die Bank of England veröffentlicht um 10:30 Uhr einige wichtige Daten zur Kreditvergabe in Großbritannien – auch hier könnten für das britische Pfund lebhaftere Signale gesendet werden.

Blicken wir noch auf den Nachmittag des ersten Handelstages

Ab 14:30 Uhr kommen aus USA und Kanada viele wichtige Daten heraus.

Kanada gibt einen Einblick in die Preisentwicklung in Industrie und Produktion sowie in den Rohstoffsektor des Landes. Über den Erwartungen liegende Werte könnten hier Bewegung nach oben für den kanadischen Dollar bedeuten.

Aus USA kommen neben dem Einkaufsmanagerindex um 14:58 Uhr und 16:00 Uhr um 14:30 Uhr noch Zahlen zum privaten Konsum (PCE, Privateinnahmen und -ausgaben) heraus. Hier könnte es für Händler, die im USD investiert sind volatil werden – insbesondere da um 15:00 Uhr auch noch eine Rede von Mario Draghi im Kalender steht und ob diesem die Entwicklungen um die Ukraine und der europäischen Inflationsraten nicht doch die eine oder andere Bemerkung zu der diese Woche noch anstehenden Zinsentscheidung der EZB wert ist – das kann man erst nach der Rede genau wissen. 

Herr Draghi gibt seine quartalsmäßig anstehende Erklärung vor den europäischen Parlament in Brüssel ab.



Bei den Ereignissen des Nachmittags dürfte die Anleiheauktion Frankreichs um 15:00 Uhr eher keine riesige Beachtung bei den Marktteilnehmern finden. Aber gerade die wirtschaftliche Lage Frankreichs könnte bei den Renditen, die in der Auktion erzielt werden können, Beachtung verdienen.

Zum Ende des Handelstages um 22:00 Uhr kommen noch für die US-Automobilindustrie die wichtigen Zahlen des Kraftfahrzeugabsatzes heraus. Dies könnte zum einen die Aktien der Automobilindustrie und damit auch die Indizes und den USD beeinflussen und sollte daher von den Tradern, die in diesen Marktsegmenten investiert sind beachtet werden.