Bollinger-Bänder – ein Mittel der
Chartanalyse
Dieser Indikator wurde laut Wikipedia
von John Bollinger vor rund 30 Jahren entwickelt. Er gilt als einer der häufigst
verwendeten Instrumente der Chartanalyse und soll Änderungen im
Trend erkennen helfen.
Grundlage der Bollingerbänder ist die
Normalverteilung nach Carl Friedrich Gauß, einem deutschen
Mathematiker der zwischen 1777 und 1855 lebte. Was bedeutet nun die
Gaußche Normalverteilung oder Glockenkurve genau?
Nehmen wir ein Beispiel aus dem
Schulalltag – auch wenn der bei den meisten von uns schon geraume
Zeit her ist – der Notenspiegel unter den Klassenarbeiten.
Im Normalfall zeigt sich eine
ansteigende Kurve von den Überfliegern bis zum Durchschnittsschüler,
die dann bis zu den armen Teufeln wieder abfällt.
Notenspiegel
|
||||||
| Anzahl | Note1 | Note2 | Note3 | Note4 | Note5 | Note6 |
| Schüler | 2 | 4 | 8 | 3 | 2 | 1 |
Wenn man diesen Notenspiegel in einer
Kurve darstellt erkennt man, dass die häufigste Note einen
Mittelwert darstellt. Wenn man dies über einen längeren Zeitraum -
nehmen wir mal ein Schuljahr an – betrachtet, wird unschwer
feststellen können, dass sich der „arme Teufel“ von Note 6 durch
intensives Lernen allenfalls dem Mittelwert nähern kann, der
Überflieger durch „andere Prioriäten als Lernen“ aber auch kaum
bis an untere Ende der Kurve durchgereicht werden wird, sondern auch
sich im das Mittelmaß wieder finden wird.
Nun aber zurück zu Herr Bollinger und
seine Bändern.
Herr Bollinger hat als Grundlage einen
gleitenden Durchschnitt über 20 Tage angenommen und somit die
„Mittellinie“ um den Kursverlauf anhand einer Aktie bestimmt.
Dann hat er die sogenannte Standardabweichung ( im Fall unseres
Notenspiegels die Einser- und Zweierschüler als obere
Standardabweichung und die Vierer- , Fünfer- und Sechserschüler) zu
dem Durchschnittswert dazu gerechnet bzw. abgezogen. Das Ergebnis
waren dann die oberen und unteren Bollingerbänder.
Von diesen Bänder kann man folgende
Handelssignale ableiten:
- Nähern sich die oberen und unteren Bänder der Mittellinie kann man von einer massiven Kursbewegung erst mal ausgehen. Die Richtung ( steigend oder fallend ) ist damit aber noch offen.
Die Bewegungen innerhalb einer
Normalverteilung gehen meist von einem Band zum anderen – also
entweder von fallend zu steigen oder umgekehrt. Ist also der Trend
am Beispiel unserer Schulklasse so, dass die armen Teufel anfangen
zu lernen wird sich die Anzahl der Note 6 und 5 verringern und eine
Häufung bei 4 und 3 erst mal die Folge sein. Lernen die schwachen
Schüler noch mehr – geht der Weg weiter nach oben. Umgekehrt
werden die Überflieger von 1 bis 3 allenfalls 4 durchgereicht
werden, bevor auch hier das Umdenken – sprich wieder mehr Lernen –
einsetzt. Auf unsere Bollingerbänder übertragen bedeutet dies,
dass ein Kurs – wenn er in die Nähe eines Bandes kommt – auch
dazu neigt um zu denken und die entgegengesetzte Richtung
einschlägt.
- Nehmen wir jetzt mal unsere Überflieger der Klasse als Beispiel. Der Überflieger sieht keinen Grund zum Lernen – weil die 1 oder 2 schafft er sicher – tut nichts mehr für die Schule, er fällt auf eine 3 oder 4. Nun kommt der Frust über den Misserfolg und plötzlich muss er lernen, seine Zeit anders einteilen und gerät dadurch immer mehr unter Druck und blockiert sich. Dann ist nur noch eine Frage der Zeit bis er unter den Mittelwert fällt und sich dem unteren Band nähert. Je schneller dieser Prozess abläuft um so wahrscheinlicher ist es, dass er das Klassenziel verfehlt und sitzen bleibt.
Übertragen wir nun dieses Phänomen
auf die Bollingerbänder bedeutet das für uns:
Verlässt ein Kurs die Begrenzung des
Bollingerbandes kann man mit einer weiteren Bewegung in
Ausbruchsrichtung rechnen.
Wie alle Indikatoren basieren auch die
Bollingerbänder auf den Werten der Vergangenheit und können daher
nur bedingt in die Zukunft exakte Berechnungen liefern.
Daher sollte man auf keinen Fall nur nach den Bändern handeln sondern auch immer die aktuelle Nachrichtenlage im Auge behalten. Trotz dieser Einschränkungen gehören die Bollingerbänder aber zu den Standardindikatoren, die relativ einfach an zu wenden und empfehlenswert sind.
Daher sollte man auf keinen Fall nur nach den Bändern handeln sondern auch immer die aktuelle Nachrichtenlage im Auge behalten. Trotz dieser Einschränkungen gehören die Bollingerbänder aber zu den Standardindikatoren, die relativ einfach an zu wenden und empfehlenswert sind.


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