Auch wenn nur in Ausnahmefällen (auf
dem stillen Örtchen) ein Blick zurück unerlässlich ist, möchte
ich den Ausblick auf die neue Woche mit einem kurzen Rückblick aufs
Wochenende beginnen.
Die alte Woche stand bereits stark im
Zeichen des Krimkonflikts – es bleibt zu vermuten, dass die neue
Woche nicht weniger vom politischen und wirtschaftlichen Säbelrasseln
der Regierenden aus Ost und West beeinflusst wird. Manche Äußerungen
der Politiker lassen nicht gutes für die Weltwirtschaft vermuten,
wenn man von Sanktionen und Gegenmaßnahmen liest. Neben den
Verwerfungen in der Weltwirtschaft bleibt allerdings meiner Meinung
nach viel mehr offen was mit den Menschen geschieht um deren Heimat
derzeit zwischen prorussischen und prowestlichen Kräften gestritten
wird. Allein aus diesen Gründen sollten wir in der neuen Woche sehr
vorsichtig an den Märkten agieren.
Ein weiterer Grund der zur Vorsicht
mahnt sind die Zahlen, die am Wochenende aus China gemeldet wurden.
Eine erschreckend schwache Handelsbilanz und stark rückläufige
Verbraucher- und Erzeugerpreise. Nun die Handelsbilanz Chinas, die
für den Februar ein gewaltiges Defizit ausweist sollte man unter dem
Aspekt der chinesischen Neujahrsfestes mit etwas anderen Augen nicht
ganz so negativ bewerten. Betrachtet man nämlich die Handelsbilanzen
der letzten Jahre ist immer in dem Monat des Neujahrsfestes ein
gewaltiger Knick in der sonst aufsteigenden Linie zu erkennen. Wenn
man bedenkt, dass China fast eine ganze Woche Produktion, Handel und
Wirtschaft wegen der Feierlichkeiten ruhen lässt, viele Arbeiter zu
ihren Familien nach Hause fahren und jede Menge Geschenke (teilweise
auch importierte Güter) im Gepäck haben erklärt sich der Rückgang
der Exporte genauso wie der Anstieg der Importe. Allerdings scheint
dieses Mal der Knick deutlicher als in anderen Jahren. Die
Preisentwicklung in China ist ähnlich wie in der Eurozone nicht
gerade auf einem guten Weg sondern blieb hinter den Erwartungen
zurück. Auch hier könnte es also zu Handelsbeginn – der wegen der
Sommerzeitumstellung in den USA eine Stunde später ist als üblich
zu Marktbewegungen kommen.
Blicken wir nun auf den Kalender des
ersten Handelstages – und finden bereits in der Nacht eines der
wenigen Highlights des Tages.
Japan gibt um 00:50 Uhr seine
Bruttoinlandsprodukt, den BIP Preisindex und seine Leistungsbilanz
bekannt.
Betrachten wir zunächst das BIP,
hier erwartet man zur letzten Lesung unveränderte Zuwachsraten von
0,3 % im Quartal und 1,0 % im Jahr. Sollte sich hier ein schwächeres
Wachstum als erwartet ergeben, könnte die den Yen unter Druck
bringen.
Der BIP Preisindex gilt als
Schlüsselwert für die zu erwartenden Inflationsrate im Land, da er
alle im BIP enthaltenen Waren bewertet liegt bei -0,4 % und somit
genauso sie im Vormonat auf Deflationskurs. Sollte sich hier ein
besserer Wert ergeben, könnte dies ein bullisches Signal für den
Yen bedeuten.
In der japanischen Leistungsbilanz
die alle Waren und Geldströme des japanischen Außenhandels bewertet
rechnet man saisonbereinigt mit einem Defizit von 0,59 Trillions Yen
– zum Vergleich im Vormonat lag des Defizit bei nur 0,20 Trillions
Yen.
Als letzte Kennzahl aus Japan wird um
06:00 Uhr noch der Economy Watchers Current Index
veröffentlicht. Hier werden circa 2.000 Arbeitnehmer zu ihren
persönlichen Einschätzungen in die wirtschaftliche Lage und zu
ihren Konsumabsichten befragt. Werte über 50 in diesem Index gelten
als grundsätzlich positive Einschätzung der Lage. Man rechnet mit
einem leicht schwächeren Wert als im Vormonat (54,3 nach 54,7).
Sollte die Stimmung besser ausfallen als erwartet würde dies den Yen
stärken.
Im Laufe des Vormittags werden einige
eher unbedeutende Zahlen aus Europa gemeldet. Beachtenswert meiner
Meinung nach:
08:45 Uhr Industrieproduktion
Frankreich – hier erwartet man gegenüber dem Vormonat eine
Steigerung um 0,2 %. Sollte die Erwartung übertroffen werden könnte
dies den Euro stärken.
09:00 Uhr Verbraucherpreisindex
Spanien – hier erwartet man einen leichten Rückgang von
0,1 %. Sollte ein stärkerer Rückgang
gemeldet werden dürfte dies den Euro belasten.
09:15 Uhr Einzelhandelsumsatz
Schweiz – hier erwartet man einen Anstieg von 3,3 % auf
Jahressicht (zum Vergleich in der letzten Lesung noch 2,3 %). Sollte
hier die Erwartung nicht erfüllt werden könnte der schweizer
Franken und Druck geraten.
10:00 Uhr Industrieproduktion
Italien – hier rechnet man mit einem Zuwachs von 0,4 % auf
Monatssicht und im Jahresvergleich mit unverändert -0,7 %. Sollten
die Erwartungen hier übertroffen werden könnte dies den Euro
stützen.
10:30 Uhr Sentix Investorenvertrauen
Eurozone – hier geht an von einem Anstieg auf 14,0 nach 13,3
aus. Sollten die Großanleger und Analysten die Wirtschaftsalge der
Eurozone weniger positiv beurteilen könnte der Euro unter Druck
geraten.
Alle weiteren Daten aus Europa und dem
Rest der Welt sind hier
zu finden.
Einziger nennenswerter Termin des
Nachmittags ist meiner Meinung kommt meiner Meinung nach aus Kanada.
Um 13:15 Uhr erfahren wir wie es um den Immobilienmarkt und Bausektor
in Kanada bestellt ist. Es geht um die Beginne von Wohnungsbauten.
Man rechnet mit 185.000 Baubeginnen nach 180.200 im Vormonat. Sollte
diese Erwartung übertroffen werden, wäre dies ein gutes Zeichen für
den kanadischen Dollar.
Damit möchte ich meinen Tagesausblick
beenden und danke für die Aufmerksamkeit. In Anbetracht der nach wie
vor unsicheren Lage auf der Krim sollten wir ein wachsames Auge auf
die Nachrichtenlage haben und unsere offenen Positionen großzügig
absichern.







