Mittwoch, 4. Dezember 2013

Droht der Einstieg aus dem Ausstieg aus QE3



Nachdem heute viele wichtige US-Daten veröffentlicht wurden ist es Zeit einen kurzen Rückblick auf die Werte zu werfen und zu überlegen, ob es eine einfache Entscheidung für das FOMC werden wird.

QE3 – das sind die derzeit 85 Milliarden USD, die von der Fed jeden Monat an Geldmarktpapieren aufgekauft werden um frisches Geld in die Märkte zu pumpen.

Im Sommer sprach Ben Bernanke mal beiläufig davon, dass er sich das Tapering – was wiederum nichts anderes als ein Zurückfahren der Ankäufe bedeutet - im Herbst vorstellen könnte.

Dann im Oktober – fast alle Marktteilnehmer glaubten daran – sollte das Tapering beginnen. Das FOMC entschied allerdings – nein, es ist noch zu früh dazu, der Aufschwung in USA noch zu instabil.

Rechtzeitig zum Thanksgiving kamen letzten Mittwoch sehr erfreuliche Meldungen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und zu den Folgeanträgen heraus. Gleichzeitig konnten andere Zahlen wie, die Bestellungen von Gebrauchsgütern oder der wichtige Michigan Konjunkturindex nicht wirklich überzeugen.

In dieser Woche dann sehr gemischte Zahlen - ISM Produktion und der Beschäftigungsindex über den Erwartungen, Kraftfahrzeugabsatz über den Erwartungen, sehr gute ADP-Zahlen, aber schwache bis enttäuschende Zahlen aus dem Immobiliensektor, eine unter den Erwartungen liegende Handelsbilanz und im Gegensatz zum ISM Produktion ein unter den Erwartungen liegender ISM Dienstleistung.

Was kann das FOMC mit derart unterschiedlichen Werten anfangen?

Soll man das zarte Pflänzchen Aufschwung, was sich in den guten Arbeitsmarktentwicklungen und den guten KFZ-Absatzzahlen zeigt, nutzen um weniger Geld in den Markt zu pumpen und damit eine gegenläufige Reaktion auslösen oder soll man eher weiter die Märkte mit Geld fluten um dem schwächelnden Immobilienmarkt auf die Beine zu helfen?

Aus den Reden einiger Fed-Mitglieder in den letzten Tagen waren sehr unterschiedliche Stellungnahmen zu entnehmen. Da wurde so ziemlich jede Variante von Beginn des Ausstiegs im Dezember bis Ausstieg im Frühsommer oder gar ein Ende von QE3 im Laufe des Jahres 2014 in Aussicht gestellt.

Diese schwierige Entscheidung steht bei der nächsten Sitzung des FOMC am 17. und 18. Dezember zu Beantwortung an.

Mit all diesen Informationen – ohne die Kenntnis über den Inhalt des Beige Book und der NFP, die diese Woche noch ausstehen - sollte man meiner Meinung nach sehr vorsichtig sein, wenn man seine Positionen auf ein im Dezember beginnendes Tapering ausrichten möchte.

Insbesondere sollte man bei den Überlegungen die Unwägbarkeiten des Führungswechsels im FOMC (Herr Bernanke tritt Ende des Jahres in den Ruhestand und wird von Frau Yellen abgelöst) im Hinterkopf behalten. Ich für meinen Teil könnte mir vorstellen, dass Herr Bernanke bei allen sachlichen Überlegungen sich doch gern mit einem Paukenschlag von der Bühne des Geschehens verabschieden würde.

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