Sonntag, 5. Januar 2014

Was bringt der erste Handelstag der Woche aus europäischer Sicht?

 


Der Vormittag steht unter dem Zeichen des Einkaufsmanagerindex für die Dienstleistungsbranche. Dieser Wert ist nicht ganz so wichtig für den Währungshandel, wie der gleiche Wert für den Produktionssektor, der letzte Woche bereits gemeldet wurde. Dennoch sollten alle, die im Euro investiert sind besondere Vorsicht walten lassen.

Gerade in der ersten vollen Handelswoche, in der sehr viele wichtige Entscheidungen anstehen (Bestätigung von Frau Yellen in USA, EZB-Zinsentscheidung, FOMC-Minutes und die berüchtigten NFP) und viele Großanleger aus dem Weihnachts- und Neujahrsurlaub zurück aufs Parkett – oder eher an die Computer – kommen, kann es sehr volatil an den Märkten zu gehen. Verfrüht wäre es meiner Meinung nach sich darauf zu verlassen, dass die Kurskorrekturen der letzten Woche genauso weiter gehen.

Nun aber zu den Terminen des Vormittags:

Uhrzeit Land Prognose Alter Wert Bedeutung
09:00 Norwegen 53,4 54,5 !
09:13 Spanien 51,5 51,5 !!
09:43 Italien 48,7 47,2 !!
09:48 Frankreich 47,4 47,4 !!
09:53 Deutschland 54,0 54,0 !!
09:58 Eurozone 51,0 51,0 !!
10:28 Großbritannien 60,0 60,0 !!!

Wie sehen die Auswirkungen dieser Werte auf die jeweilige Landeswährung üblicherweise aus?

Werte werden unterschritten - negative Auswirkungen
Werte werden erreicht - kaum Auswirkungen
Werte werden übertroffen - positive Auswirkungen

10:30 Uhr Sentix-Investorenvertrauen

Hier geht es um eine Umfrage bei Großanlegern und Chefanalysten bei der die Einschätzung der Wirtschaftslage der Eurozone erforscht werden soll. Wenn die Wirtschaftskalender diesen Termin auch nur mit einem Achtungszeichen einstufen, halte ich persönlich diesen Wert für richtungsweisend und werde meine Aufmerksamkeit darauf lenken. Man rechnet in der Prognose mit einem spürbar besseren Vertrauen, der wert soll von 8,0 auf 9,5 steigen. Sollte die Erwartung nicht erfüllt werden, sollte dies den Euro schon belasten.

12:00 Uhr Verbraucher- und Geschäftsvertrauen Portugal

 www.nationalflaggen.de
Hier bekommen wir einen Überblick über die Einschätzung der portugiesischen Unternehmer und Privatleute in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes. Wie wir alle wissen beabsichtigt Portugal demnächst den europäischen Rettungsschirm wieder zu verlassen und seinen Kapitalbedarf an den Finanzmärkten zu decken – für dieses Unterfangen wäre natürlich eine positive Stimmung im Land, was das Wirtschaftswachstum angeht nicht verkehrt. Die Werte des zweiten Halbjahres 2013 zeigten eine generelle Tendenz zur Verbesserung der Einschätzungen – sind aber von gut noch ein ganzes Stück entfernt:

Das Geschäftsvertrauen stieg von -2,6 auf -1,2, das Verbrauchervertrauen von -52,7 auf -41,8.

Als Auswirkung auf den Euro kann man vermuten, dass bessere Werte als in der letzten Lesung auch positiv auf den Euro wirken sollten, da es keine Prognosen gibt.

14:00 Uhr Verbraucherpreisindex Deutschland

 www.nationalflaggen.de
Hier geht es um die Preisentwicklung aus der Sicht der Verbraucher. Der statistische Warenkorb (ein Querschnitt aus allen Konsumbereichen eines Durchschnittshaushaltes) wird im Vergleich zum Vorjahr und zum Vorjahresmonat ausgewertet. Die Preissteigerungen gehen naturbedingt in die Inflationsrate des Landes ein und bestimmen auch das Bruttoinlandsprodukt maßgeblich.

Im Monatsvergleich rechnet man mit einem Anstieg um 0,4 % nach 0,2 % im Vormonat, im Jahresvergleich erwartet man 1,4 % Steigerung nach 1,3 % in der letzten Meldung. Beide Werte liegen also immer noch ein gutes Stück unter der angestrebten Inflationsrate der EZB. Sollten hier schwächere Werte als erwartet gemeldet werden, könnte dies erneute Spekulationen über Maßnahmen der EZB wach werden lassen.

Wer im Euro investiert ist, sollte hier vorsichtig zu Werke gehen um die Woche nicht gleich mit einem Negativerlebnis zu beginnen.

Schlusslicht aus europäischer Sicht sind Anleiheauktionen aus Frankreich um 15:00 Uhr.

Hier ist interessant zu beobachten wie sich die Zeichnungsbereitschaft ( Nachfrage nach den drei-, sechs- und zwölfmonatigen Papieren) und die erzielbare Rendite entwickelt. Die letzten vergleichbaren Papiere wurden mit Renditen zwischen 0,162 und 0,214 % gehandelt. Leichte Volatilität im Bereich des Euros könnte hier durchaus entstehen.

Im Terminkalender der EZB sind keine wichtigen Termine für den Montag vermerkt.

Im dritten Teil des Tagesausblicks gehe ich noch auf die kanadischen und us-amerikanischen Termine ein.

Danke für die Aufmerksamkeit.

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