Nachdem die Rede von Mario Draghi um
10:30 Uhr zur Zukunft Europas keine großen Wellen in den
Devisenmärkten erzeugen konnte – eigentlich bei der Redeflut in
dieser Woche auch nicht wirklich zu erwarten, da bereits viel
bedeutungsvolles gesagt und dann wieder abgeschwächt wurde und auch
Her Draghi nicht täglich das Rad in der Finanzwelt neu erfinden
kann, kommen wir nun zu den letzten Terminen der Woche. Der Fokus
liegt diesmal auf Kanada.
Zuvor kurz noch der Hinweis, dass die
nachfolgenden Erläuterungen nicht als Handelsempfehlungen zu
verstehen sind.
14:30 Uhr stehen aus Kanada
folgende Wirtschaftsdaten an:
Einzelhandelsumsätze
Bei den
kanadischen Einzelhandelsumsätzen wird nach den sogenannten
Kern-Umsätzen und den umfassenden Umsätzen unterschieden. Bei den
Kern-Umsätzen werden die Umsätze aus dem Bereich Auto heraus
genommen. Diese Kennzahl gilt aus der Sicht der Devisenmärkte aus
die aussagekräftigere. Steigende Umsatzzahlen im Einzelhandel zeigen
auf in welcher Weise sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum einer
Volkswirtschaft verändert. Man kann davon ausgehen, dass über denn
Erwartungen liegende Umsätze die Nachfrage nach dem kanadischen
Dollar stärken und somit steigende Kurse zu verzeichnen sind.
Nun zu den
Prognosen und letzten Werten der beiden Umsatzzahlen:
Der
Kern-Einzelhandelsumsatz soll zum Vormonat unverändert um 0,4 %
steigen. Der Einzelhandelsumsatz inklusive Auto soll um 0,5 % nach
0,2 % im Vormonat steigen.
Verbraucherpreisindex
Der statistische
Warenkorb für Kanada wird zweimal erstellt. Einmal als
Kernverbraucherpreisindex (VPI), bei dem die Kosten für Lebensmittel
und Energie ausgeklammert bleiben und einmal als umfassender
Warenkorb inklusive aller Waren und Güter. Steigende
Verbraucherpreise wirken sich zum einen auf die Inflationsrate des
Landes und zum anderen auf das Bruttoinlandsprodukt aus. Um
saisonale Schwankungen im Preisgefüge zu erkennen, werden die
VPI-Werte einmal im Monatsvergleich und einmal auf Jahressicht
gemeldet. Wegen der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Wertes kann
man im Währungshandel davon ausgehen, dass unter den Erwartungen
liegende Ergebnisse negative Auswirkungen auf den kanadischen Dollar
haben würden.
| Kennzahl | Betrachtungszeitraum | Prognose | Letzter Wert |
| Kern-Verbraucherpreisindex | Monatsvergleich | +0,0 % | +0,2 % |
| Kern-Verbraucherpreisindex | Jahresvergleich | +1,0 % | +1,3 % |
| Verbraucherpreisindex | Monatsvergleich | +0,2% | +0,2 % |
| Verbraucherpreisindex | Jahresvergleich | +1,0 % | +1,1 % |
Die Daten aus USA
beschränken sich vor dem Wochenende auf zwei wesentliche Kennzahlen.
16:30 Uhr ECRI-Index
Jede Woche meist
zum Ende des Handelstagesüberblicks kommt dieser Index heraus. Hier
können Interessierte im eToro-Blog Hintergründe über diesen Index
erfahren. Er gilt als guter Frühindikator um Änderungen in den
Wirtschaftszyklen zu erkennen. Die Reaktionen dieses Wertes kann man
gut in den Monaten Oktober und November ablesen. Während des
Goverment Shut Downs – man erinnere sich an den
Verwaltungsstillstand in USA und den daraus resultierenden
Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft der USA – fiel der
Wert von 4,9 % auf 1,7 % um sich nach der halbherzigen Lösung in der
letzten Woche wieder auf 2,2 % zu erholen. Prognosen zu diesem
wöchentlichen Wert gibt es nicht, daher kann man davon ausgehen,
dass bessere Werte als in der Vorwoche den USD stützen sollten.
17:00 Uhr Kansas City Fed
Produktionsindex
Hier geht es um
einen Zustandsbericht der Federal Reserve Bank of Kansas des
produzierenden Gewerbes im Zuständigkeitsbereich der
Fed-Zweigstelle. Es werden hierzu 300 Betriebe aus den US-Staaten
Colorado, Kansas, Nebraska, Oklahoma, Wyoming, nördliches New Mexico
und West-Missouri, die aus verschiedenen Branchen und Betriebsgrößen
ausgewählt sind nach ihrer Geschäftsentwicklung befragt. Dieser
Bericht fließt auch in das Beige Book (dem umfassenden
Zustandsbericht der immer zwei Wochen vor der nächsten FOMC-Sitzung
veröffentlicht wird ein). Als Nachwirkung des Haushaltsstreits
rechnet man mit einem Rückgang des Wertes auf 5,0 – im letzten
Bericht lag der Wert noch einen Punkt höher. Sollte die Prognose
unterschritten werden, sollte dies den USD belasten.
Hiermit möchte
ich den Überblick über die Wirtschaftsdaten für diese Woche
beenden und danke für die gezeigte Aufmerksamkeit.


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